Fleischerei wollte mit "Humor" auf seine Produkte aufmerksam machen

Sexistische Fleisch-Werbung sorgt für Shitstorm

22. August 2019 - 19:43 Uhr

Dieser Witz ging nach hinten los

Die Werbung eines Fleischgroßhändlers aus Pulheim bei Köln ist mit dem Sexismus-Vorwurf als Beschwerde beim Deutschen Werberat gelandet: Auf dem Plakat ist das Bild eines freundlich lächelnden Mannes zu sehen, der ein rohes Stück Fleisch schultert. Daneben der Spruch: "So schön wie eine Frau. Schmeckt nur anders." Dafür kassierte die Firma einen Shitstorm im Netz. Im Video sehen Sie, wie der Unternehmenssprecher darauf reagiert.

Bereits 30 Beschwerden zur Werbung gingen beim Deutschen Werberat ein

Dass der Inhaber des Unternehmens sogar selbst Modell stand, brachte ihm keine Sympathiepunkte ein. Gegen seine Werbung in den Sozialen Medien und auf 29 Werbeplakaten auf den Straßen gingen schon 30 Beschwerden beim Deutschen Werberat ein, wie die Geschäftsführerin der Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft, Julia Busse, mitteilt. Die Beschwerdeführer kritisierten demnach die "Gleichsetzung von Frauen mit Produkten." Die Werbung ist als sexistisch und herabsetzend empfunden worden.

Auch größere Unternehmen wie ein Discounter, eine Autovermietungsfirma - immer wieder gibt es nach anzüglicher Werbung Shitstorms. Zumindest in einer Stadt, nämlich Leipzig, wird sexistische Werbung komplett verboten.

Twitter-Nutzer finden es nicht lustig

Eine Twitter-Nutzerin postete ein Foto von einem der Plakate: "Reklametafel eines Steackhouses in Schaephuysen am Niederrhein." Dazu setzte sie die Hashtags #Werbung #Sexismus #Chauvispruch #Hirnamputiert. "Wie dämlich kann Werbung sein?", kommentierte ein User den Post. "Ekelhafteste Werbung ever" schrieb ein anderer. Ein anderer scherzt: "Du bist so schön wie ein Stück totes Tier - macht mich persönlich immer rattig."

Firmenchef gelobt Besserung

Der Firmenchef habe auf humoristische Art und Weise auf seine Produkte hinweisen wollen, erklärte der Unternehmenssprecher Ben Bereuter. Naja, das ging dann wohl schief - nun gelobt er immerhin Besserung. Sein Statement zum Vorfall sehen Sie im Video.

Quelle: DPA/RTL.de