"Kannst du nicht machen"

Vettel-Breitseite gegen britischen Premierminister

Der britische Premierminister Boris Johnson
Der britische Premierminister Boris Johnson
© dpa, Frank Augstein, nwi

13. Mai 2022 - 8:59 Uhr

Weltmeisterlicher Seitenhieb gegen den britischen Staatschef. Sebastian Vettel hat Premierminister Boris Johnson in einer BBC-Talksendung für dessen Verhalten in der Corona-Pandemie deutlich kritisiert.

Vettel kritisiert Boris Johnson

Es war ein Auftritt, der mit Spannung erwartet wurde. Formel-1-Pilot Sebastian Vettel war am Donnerstagabend in der BBC-Talksendung "Question Time" zu Gast. Dort gibt es vor allem um politische Themen.

Die klare Meinung vom Aston-Martin-Pilot zum "Party-Gate" vom englischen Premierminister Boris Johnson: "Wenn du in dieser Position bist, gibt's einfach bestimmte Dinge, die du nicht machen kannst", sagte er schmunzelnd.

Gesetz gemacht, Gesetz gebrochen

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Johnson hatte während der Corona-Zeit Partys gefeiert, als die englischen Bürger im Lockdown saßen und Kontakte zu mehreren Personen verboten waren und Ausgangssperren herrschten. "Der Premierminister macht das Gesetz und bricht es dann", so Vettel.

Der viermalige Weltmeister zieht den Vergleich zur Situation in einer Familie "Ich bin der Vater von drei Kindern und wenn ich denen etwas erkläre, von dem ich denke, es ist sehr wichtig sich so zu verhalten und dann das genaue Gegenteil mache. Was werden sie dann denken? Ich bin dann die am wenigsten glaubhafte Person."

Auch auf das Dauerbrenner-Thema Brexit wurde Vettel angesprochen. Wieder musste er leicht schelmisch grinsen. Die Mehrheit der Deutschen könne die Entscheidung seiner Meinung nach nicht verstehen. Auch hier gibt's Vettel-Klartext: "Ihr habt euch das eingebrockt, jetzt müsst ihr damit umgehen," sagte er. Das Publikum im Studio lachte.

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Vettel: "Bin kein Heiliger"

Zur Sendung war Vettel mit der U-Bahn gefahren. In der Sendung gab er aber zu, dass er einen Konflikt zwischen seinem Beruf und seinem Engagement für den Umweltschutz empfinde. "Ein Auto zu fahren, ist meine Leidenschaft, und jedes Mal, wenn ich in ein Auto steige, liebe ich es", sagte Vettel am Donnerstagabend in der Talksendung "Question Time" beim britischen Sender BBC. "Wenn ich aus dem Auto aussteige, denke ich natürlich auch: Ist das etwas, was wir machen sollten - um die Welt reisen und Ressourcen verschwenden?"

Auf die Frage der BBC-Moderatorin, ob er als Fahrer der Formel 1, "einer der am meisten Benzin verschwendenden Sportarten", nicht ein Heuchler sei, stimmte Vettel zu. "Da haben Sie Recht", sagte der 34-Jährige. "Ich bin kein Heiliger. Ich mache mir Sorgen um die Zukunft. Die Fragen um Energie und die Abhängigkeit von Energie beschäftigen mich. Wir müssen aufhören, von Energie abhängig zu sein. Und das können wir. Es gibt Lösungen dafür." (msc)