Life
Hilfreiche Alltags-Tipps und bewegende Storys mitten aus dem Leben

Scientology: Was ist das eigentlich?

Fakten über Scientology
Promis haben auch bei Scientology einen priviligierten Status: Fünf 'Celebrity Center' weltweit betreuen Tom Cruise, John Travolta und andere bekennende Scientology-Promis. © Splash News

'Büro für besondere Aufgaben' kümmert sich um Abtrünnige

Was ist Scientology wirklich: Eine Kirche oder ein Institut für Gehirnwäsche oder eine sehr, sehr reiche Geheimorganisation mit extremistischen Zielen unter einem religiösen Deckmantel? In den USA als religiöse Gemeinschaft anerkannt, wird Scientology in Deutschland vom Verfassungsschutz überwacht.

Immer wieder berichten Sekten-Aussteiger, sie hätten das Gefühl, von der Scientology-Sekte verfolgt zu werden. Und sie haben auch allen Grund zu der Annahme: Scientology verfügt tatsächlich über einen eigenen 'Geheimdienst‘ - so nennt die Stadt Hamburg die Scientology-Abteilung 'Office of Special Affairs‘ (OSA).

Aufgabe des OSA ist es, unter anderem mit Hilfe von Privatdetektiven und Anwälten, Schmähkampagnen gegen Scientology-Kritiker zu führen. Das OSA 'kümmert' sich auch um Probleme von oder mit prominenten Mitgliedern.

'Extremistische Ideologie mit verfassungswidrigen Zielen'

Was ist das eigentlich für eine Organisation, die sich einen eigenen Geheimdienst leisten kann? Hier ein paar Fakten: Während Scientology angibt, weltweit 10 Millionen Anhänger (2005) zu haben, gehen seriöse Experten von 100.000 Anhängern, die meisten davon in den USA, aus. Die Zahl der Scientologen in Deutschland wird auf 5.000 bis 7.000 geschätzt.

Scientology verfügt jedoch über eine ganze Reihe von Firmen, Projekten, Vereinen und gesteuerten Initiativen, denen die Zugehörigkeit zu der 1953 von L. Ron Hubbard gegründeten ‚Church of Scientology‘ nicht anzusehen ist. Sie dienen unter anderem dazu, neue Anhänger zu rekrutieren. Es ist nämlich nicht billig, bei Scientology zu sein.

Im Zentrum der Lehre der Scientologen steht die Vorstellung, dass das unsterbliche Wesen eines Menschen – sein ‚Thetan‘ – durch schlimme Erlebnisse bereits vor Jahrmillionen so beschädigt wurde, dass jetzt langwierige Reinigungsprozesse (‚Auditings‘) notwendig sind. Die vollständige ‚Befreiung des Thetan‘ auch ‚Clear‘ genannt, kostet laut Presserecherchen an 'Auditing'-Gebühren insgesamt 376.000 Dollar.

Da Scientology auch die Parole ‚Clear Europe‘ ausgegeben hat und in den USA in den 70er Jahren mit dem Versuch aufgeflogen war, diverse Behörden und Organisationen zu unterwandern (unter anderem US-Steuerbehörde, Weltbank, IWF), ist es klar, dass sich die Verfassungsschützer mit Scientology befassen. Es handele sich um eine extremistische Ideologie, die vermutlich verfassungswidrige Ziele verfolgt, so die überwiegende Einschätzung von Staats- und Verfassungsrechtlern.

Kritiker werfen der ‚Kirche‘ auch vor, die Notlage von Menschen, die in einer Krise stecken, auszunutzen. Der Einstieg in Scientology geschieht oft über die ‚Oxford- Persönlichkeits-Analyse‘ (OCA), die es Betroffenen ermöglichen soll, mit Problemen besser fertig zu werden. Experten bemängeln daran, dass dieses Verfahren unwissenschaftlich sei und stets mit dem gleichen Ergebnis ende: „Es gibt großes Verbesserungspotenzial.“ Und das wird dann teuer.

Mehr Life-Themen