Berichte aus Stockholm

Hunderte Dosen AstraZeneca landen täglich im Müll

Die Schweden verweigern Impfungen mit AstraZeneca.
Die Schweden verweigern Impfungen mit AstraZeneca.
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19. April 2021 - 16:32 Uhr

Die Stockholmer weigern sich vor der Impfung mit AstraZeneca

Was für eine Verschwendung! In der Region Stockholm müssen nach Angaben des Chefarztes des Stockholmer Ärzteverbandes jeden Tag Hunderte Dosen AstraZeneca weggeworfen werden. Der Grund: Die Leute weigern sich, damit geimpft zu werden.

Chefarzt: Nutzen der Impfung sehr viel größer als das Risiko

Nachdem in Zusammenhang mit dem Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca weltweit einige Fälle von Blutgerinnseln aufgetreten sind, wird der Wirkstoff in Schweden nur noch an Personen über 65 Jahren verabreicht. Doch die Einschränkung des Impfens hat große Auswirkungen: Jeden Tag werden Hunderte Dosen Impfstoff weggeworfen.

In einem Interview des schwedischen Fernsehens SVT gab Johan Styrud, der Chefarzt vom Stockholmer Ärzteverband, bekannt, dass einige Patienten ihren Termin absagen würden, wenn sie erfahren, dass sie mit AstraZeneca geimpft werden sollen. Andere würden an der Tür der Impfzentren wieder umdrehen.

Problematisch sei, dass es den Ärzten nicht gelinge, schnell genug andere Impfwillige zu finden. Dies habe fatale Folgen für die Bekämpfung der Pandemie, denn wenn der Impfstoff nicht innerhalb weniger Stunden verabreicht werde, müsse er in den Müll, so Styrud. Um den Menschen die Angst vor einer AstraZeneca Impfung zu nehmen, betonte der Mediziner, dass der Nutzen der Impfung sehr viel größer sei als das Risiko von Komplikationen.

EMA erklärte Zusammenhang zwischen AstraZeneca und Hirnvenenthrombosen

Nachdem die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) am 7. April erklärte, dass es einen Zusammenhang zwischen der AstraZeneca Impfung und der seltenen Hirnvenenthrombose gebe, schränkten viele Länder die Nutzung des Impfstoffs ein. Die Thrombosen traten hauptsächlich bei jüngeren Frauen unter 60 Jahren auf. Eine Altersbeschränkung sprach die EMA jedoch nicht aus, da der Nutzen der Impfung die Risiken überwiege.

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