28. März 2019 - 9:54 Uhr

Schwarze Smoothies sind der neue Trend

Wer abnehmen will oder seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte, greift zu Smoothies. Vor allem grüne Smoothies sind längst kein Geheimtipp mehr: Nun aber erobern schwarze Smoothies den Markt, wie im Video zu sehen ist. Die enthaltene Aktivkohle verleiht den Drinks ihre etwas gewöhnungsbedürftige schwarze Farbe. Aber sind schwarze Smoothies tatsächlich gesund? Und was hat es mit der Aktivkohle auf sich?

So wird Aktivkohle gewonnen

Wer sicher sein will, dass Aktivkohle im Produkt enthalten ist, sollte die Liste der Inhaltsstoffe nach „charcoal“ durchsuchen.
Wer sicher gehen möchte, dass tatsächlich Aktivkohle im Produkt enthalten ist, sollte die Liste der Inhaltsstoffe nach „charcoal“ durchsuchen.
© Schaebens

Aktivkohle wird aus Holz, Steinkohle oder Torf gewonnen. Durch ein Erhitzungsverfahren entsteht das feinkörnige Kohlepulver. Aufgrund seiner großen Oberfläche wirkt Aktivkohle wie ein Schwamm, der Flüssigkeit bindet und aus dem Körper ausleitet. Genau diese Funktion erklärt, warum die Kohle vor allem als Wunderwaffe gegen Durchfall oder bei Vergiftungen hilft.

Darum wirkt Aktivkohle entgiftend

Eine junge Frau hat eine Gesichtsmaske mit Aktivkohle aufgetragen.
Aktivkohle kommt nicht nur bei schwarzen Smoothies zum Einsatz, sondern auch bei Anti-Aging-Cremes
© Getty Images/iStockphoto, petrenkod

Doch Aktivkohle bindet nicht nur Wasser. Durch seine negative Ladung wirkt die Kohle wie ein Magnet, der giftige, positiv geladene Stoffe anzieht und so beim Detoxen – zu Deutsch: Entgiften - hilft. Das ist auch die Erklärung dafür, dass Aktivkohle derzeit einen solchen Boom erlebt – und zwar nicht nur in der Ernährungsindustrie, die Aktivkohle vor allem als Zusatz von Smoothies einsetzt, sondern auch in der Kosmetikindustrie. Letztere macht sich die entgiftende Wirkung der Aktivkohle in Anti-Aging-Cremes oder Shampoo zunutze.

Aktivkohle kann die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigen

Doch so positiv die Effekte von Aktivkohle hinsichtlich der Entgiftung des Körpers auch sind: Es gibt auch negative Aspekte. Die Aktivkohle bindet nämlich nicht nur Giftstoffe, sondern kann dem Körper auch wichtige Stoffe entziehen. Menschen, die beispielsweise Medikamente einnehmen, kann Aktivkohle somit gefährlich werden, da auch Arzneimittel zumindest teilweise durch die Kohle gebunden werden können. Zudem gibt es hinsichtlich der Langzeitwirkung von Aktivkohle noch keine wissenschaftlichen Ergebnisse. Daher raten Experten von einem täglichen Konsum der Black Smoothies ab. Und wer sich zu einer Einnahme von Aktivkohle entscheidet, sollte vorher mit einem Arzt oder Apotheker über die Risiken und möglichen Nebenwirkungen sprechen.

Mögliche Zutaten für einen schwarzen Smoothie

Die schwarzen Smoothies bestehen beispielsweise aus Apfel, roter Bete, Blaubeeren, Ahornsirup, Vanille – und eben Aktivkohle, die Sie in jeder Apotheke bekommen. Aufgrund des neutralen Geschmacks nehmen Sie die Aktivkohle in den Smoothies kaum wahr.

Probieren Sie dieses schwarze Smoothie Rezept einmal aus:

Zutaten:

  • ½ Zitrone
  • 100 g Blaubeeren
  • 150 g Mango
  • 1 EL Chiasamen
  • 2 TL Aktivkohle,
  • 250 ml Kokoswasser

Geben Sie alle Zutaten in einen Hochleistungsmixer und warten bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Anschließend in ein Glas füllen und genießen.

Alternative zu schwarzen Smoothies und Aktivkohle

Woman cutting vegetables at the kitchen
Frisches Gemüse
© Getty Images, yulkapopkova

Grundsätzlich gilt: Wer sich ausgewogen und gesund ernährt, muss nicht auf Aktivkohle zurückgreifen. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte haben einen hohen Ballaststoffgehalt. Die Ballaststoffe wirken ähnlich wie ein Schwamm und helfen ganz natürlich dabei, den Körper zu entgiften und die Verdauung in Schwung zu bringen – ganz ohne Nebenwirkungen und mit Genuss.