2. März 2019 - 14:13 Uhr

Schwanger? Die ersten drei Monate sind entscheidend!

Die ersten drei Monate sind die kritische Phase einer Schwangerschaft und die schlimmste Zeit für viele Schwangere. Frauenarzt und Experte für Pränataldiagnostik, Dr. Omar Qattawi, erklärt, warum das erste Trimester so heikel ist. Was werdende Mütter in dieser Zeit beachten müssen, verraten wir im Video.

Übersteht der Embryo die kritische Phase?

Mit Bangen verbringen Frauen die ersten zwölf Schwangerschaftswochen (SSW), denn sie wissen noch nichts über ihr Kind und ob es die kritische Phase übersteht. Diese berüchtigte kritische Phase läuft nach dem Prinzip "Alles oder nichts".

Im ersten Trimester befindet sich ein Kind in der Organogenese, das heißt, in dieser Zeit ist es noch ein Embryo und bildet seine Organe. Viele Embryos werden in dieser Zeit abgestoßen, weil sie aufgrund einer Fehlbildung keine Überlebenschance haben.

Warum kommt es zur Fehlgeburt?

Der Grund für eine solche Abstoßung ist, dass die "falsche" Eizelle, also eine Eizelle mit dem falschen Chromosomensatz, befruchtet wurde, erklärt Dr. Qattawi. Und damit hätte das Baby sowieso keine Chance gehabt, sich zu entwickeln. Es kommt zum Abort.

Das Risiko einer Fehlgeburt steigt mit zunehmendem Alter. Es liegt mit 25 Jahren bei fünf bis zehn Prozent, mit 40 Jahren hingegen bei 30 bis 35 Prozent.

Ab wann ist die kritische Phase der Schwangerschaft vorbei?

Die Angst, ein Kind in den ersten zwölf Wochen zu verlieren, steckt in jeder Frau. Frauenärzte müssen viele Frauen in der kritischen Phase beruhigen. Nach zehn Wochen hat ein Embryo eine Überlebenschance von neunzig Prozent! Dann ist die kritische Phase meistens überwunden. Da das Kind aber noch nicht zu spüren ist, ist jede Ultraschall-Untersuchung mit großer Aufregung verbunden.

Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels

In der zwölften SSW hat der Fötus alle Organe angelegt und ist circa fünf Zentimeter groß und etwa vierzehn bis sechzehn Gramm schwer. In dieser Zeit wird auch das Ersttrimester-Screening beziehungsweise die Nackenfaltenmessung auf Wunsch durchgeführt. Die Nackenfaltenmessung ist eine spezielle Untersuchung auf das Vorliegen eines Down-Syndroms, die Frauenärzte ihren Patientinnen ab 35 Jahren nahelegen.

Schwangerschaftsbeschwerden im ersten Trimester

Die ersten drei Monate sind für viele Schwangere nicht nur die ungewisstesten, sondern auch die unangenehmsten. Einige Schwangerschaftsbeschwerden treten gerade in dieser frühen Phase auf. Dazu gehört insbesondere die Schwangerschaftsübelkeit, die teils mit Erbrechen einhergeht. Aber auch Müdigkeit und Abgeschlagenheit sowie Geruchsempfindlichkeit, ungewöhnliche Gelüste, Rückenschmerzen und empfindliche oder gar schmerzende Brüste sind normale Nebeneffekte im ersten Trimester.