Das kann teuer werden!

Schule schwänzen: Das sollten Sie wissen, wenn Ihr Kind nicht zur Schule gehen will

Schwänzt auch Ihr Kind die Schule?
© dpa, Arno Burgi

11. November 2019 - 12:28 Uhr

Schulschwänzen kann richtig teuer werden

Mal die letzten beiden Stunden Mathe ausfallen lassen – Hand aufs Herz, das haben wir alle früher mal gemacht oder zumindest davon geträumt. Es ist nicht so, dass man sich das zum Vorbild nehmen sollte, aber davon geht die Welt auch nicht unter. Doch werden aus zwei Stunden auch schnell mal drei oder vier, aus einem Tag eine Schulwoche – und der Schüler zum Schulschwänzer.

Bußgelder können richtig teuer werden

Es gibt elf Millionen schulpflichtige Kinder in Deutschland. Experten schätzen, dass mehrere Hunderttausend davon häufig den Unterricht schwänzen. Wie mit diesen Schülern umgegangen wird, hängt ganz vom jeweiligen Bundesland ab. Schulschwänzern in Nordrhein-Westfalen drohen beispielsweise bis zu 1.000 Euro Bußgeld, wenn sie regelmäßig der Schule fern bleiben. Die Alternative? Das Ableisten von Sozialstunden. Das gilt zumindest für Schülerinnen und Schüler, die mindestens 14 Jahre alt sind.

Oft steckt Mobbing dahinter

Streetworker Thomas Sonneborn arbeitet mit Jugendlichen zusammen, die Probleme in ihrem Sozialleben haben. Er weiß, dass die Gründe fürs Schuleschwänzen in vielen Fällen nichts mit Faulheit zu tun haben, sondern oft auch Mobbing eine Rolle spielt. Der beste Weg für Eltern, um auf die Probleme ihres Kindes aufmerksam zu werden, sei Kommunikation, so Sonneborn. Nicht nur zwischen den Eltern und ihrem Kind, sondern auch mit der Schule. Dabei geht es nicht darum, das Kind zu überwachen, sondern darum, hellhörig zu werden, sobald Unregelmäßigkeiten auftreten.

Grundsätzlich sind Eltern jedoch verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder zwölf Jahre an einer öffentlichen oder anerkannten Privatschule am Unterricht teilnehmen. Dies gilt sowohl für Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit als auch für ausländische Kinder mit Hauptwohnsitz in Deutschland. Schüler, die kein Abitur machen, sondern eine Haupt-, Real- oder Gesamtschule besuchen, müssen nach der Vollzeitschulpflicht, die nach zehn Jahren endet, eine Berufsausbildung machen oder eine berufsbildende Schule besuchen, um die volle Schulpflicht zu erfüllen. Bleibt ein Kind sitzen bzw. muss es eine Stufe wiederholen, wird dieses Jahr angerechnet und die verbleibende Schulpflicht verringert sich um ein Jahr.

Im Normalfall müssen ertappte Schulschwänzer – beziehungsweise ihre Eltern – fünf bis 15 Euro Strafe pro Fehltag zahlen. Macht man aber blau, um früher in die Schulferien starten zu können, werden mindestens 100 Euro pro Tag fällig. Bei mehr als sechs Tagen beträgt der Mindestsatz sogar 150 Euro.