Warum das Virus einen neuen Namen bekommen soll

Schon 16 Affenpocken-Fälle in Hamburg nachgewiesen

Affenpocken
Symbolbild: So sehen Hautsymptome von Affenpocken-Patienten aus.
deutsche presse agentur

In Hamburg ist die Zahl der Affenpocken-Fälle weiter gestiegen. Bis Dienstag sei das Virus bei 16 Personen mit Wohnsitz in der Hansestadt nachgewiesen worden, sagte der Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich.

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Infizierte müssen sich weiterhin 21 Tage isolieren

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Mit PCR-Tests können die Pocken nachgewiesen werden.
europa press vco, dpa, Carlos Luján

Bislang sei es bei keiner Infektion zu lebensbedrohlichen beziehungsweise sehr schweren Krankheitsverläufen gekommen. Infizierte müssten sich für 21 Tage isolieren. Wenn die Erkrankung es erforderlich mache, würden sie in Hamburgs Krankenhäusern behandelt und dort ebenfalls isoliert.

Die bislang in Deutschland bekanntgewordenen Infektionen gingen mehrheitlich auf Reisen bereits in betroffene Gebiete oder sehr enge körperlichen Kontakte, insbesondere Sexualkontakte, zurück, so Helfrich. Kurze Kontakte – etwa Begegnungen im Alltag ohne engen körperlichen Kontakt – führten hingegen nach derzeitiger Einschätzung nicht zu einem erhöhten Ansteckungsrisiko. „Besondere Schutzmaßnahmen für die breite Bevölkerung sind nach Einschätzung der Sozialbehörde gegenwärtig nicht erforderlich."

Notfallausschuss einberufen: Warum das Virus einen neuen Namen bekommen soll

Wegen der Affenpocken-Fälle in zahlreichen Ländern hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag den Notfallausschuss einberufen. Der Expertenrat entscheidet, ob es sich - wie beim Coronavirus - um eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" (PHEIC) handelt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) arbeitet nach eigenen Angaben zusammen mit Experten an einem neuen Namen für das Affenpocken-Virus. Vorschläge für neue Namen sollten so bald wie möglich erfolgen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus vor Journalisten in Genf. Zuvor hatten 30 Wissenschaftler einen „nicht diskriminierenden" und „nicht stigmatisierenden" Namen gefordert.

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Inkubationszeit: 5-21 Tage

Affenpocken gelten verglichen mit den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwere Erkrankung. Experten hatten vor einer Weiterverbreitung des Virus, etwa bei bevorstehenden Festivals und Partys, gewarnt. Die Inkubationszeit beträgt laut Robert Koch-Institut 5 bis 21 Tage. Die Symptome (darunter zum Beispiel Fieber und Hautausschlag) verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst, können bei einigen Menschen aber zu medizinischen Komplikationen und in sehr seltenen Fällen auch zum Tod führen. (dpa/kst)