Wegen illegalem Straßenrennen in Albuquerque (USA)

Horror-Crash im Video: Raser kracht in Schulbus - Kinder fliegen durch die Luft

Kinder fliegen schreiend durch Schulbus Heftiger Unfall wegen Autorennen
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Heftiger Unfall wegen Autorennen
Kinder fliegen schreiend durch Schulbus

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Die Schule ist endlich aus, im Schulbus auf dem Weg nach Hause ist eine ausgelassene Stimmung. Während die einen gebannt auf ihre Handydisplays blicken, lachen die anderen miteinander, freuen sich vermutlich auf die Freizeit am Nachmittag. Doch was wie eine gewöhnliche Busfahrt für Schülerinnen und Schüler in Albuquerque ( US-Bundesstaat New Mexico) beginnt, wird im Bruchteil einer Sekunde zur Hölle.

Heftiger Unfall wegen Autorennen: Kinder fliegen schreiend durch Schulbus
Durch die heftige Wucht des Aufpralls kippte der Schulbus um.
ABC News

23 Schulkinder fliegen plötzlich durch die Luft

Denn in diesem einen Bruchteil einer Sekunde rast ein Mann mit seinem weißen Ford Mustang mit über 100 Kilometern pro Stunde in die Seite des Schulbusses. Dem donnernden Aufprall folgen hohe Schreie der Schülerinnen und Schüler. Viele fliegen wie Puppen durch die Luft. Panik bricht aus, als der Schulbus umkippt.

23 Kinder befinden sich im Bus. Sie werden von einer Seite auf die andere geschleudert. Sitze werden aus den Angeln gehoben, Rücksäcke fliegen Kreuz und quer durch die Luft.

Wie durch ein Wunder kommt bei diesem Horror-Crash niemand ums Leben. Die Bilanz: Sieben der 23 Kinder müssen ins Krankenhaus. Zwei Schüler müssen wegen komplizierter Frakturen operiert werden.

Polizei von Albuquerque veröffentlicht Crash-Video zwei Monate nach Unfall

Die Polizei nimmt den Unfallfahrer sofort fest. Es handelt sich um einen 49-jährigen Mann, der laut Polizei in ein illegales Straßenrennen involviert gewesen sein soll. Der Mann muss sich nun wegen schwerer Körperverletzung mit einem Fahrzeug in zwei Fällen vor Gericht verantworten.

Der Bürgermeister von Albuquerque, Tim Keller, ist stocksauer: „Die Kinder in diesem Bus hätten sterben können, weil die Leute buchstäblich nur Spaß in ihrem Sportwagen haben wollen. Das sollte niemals akzeptabel sein“, tobt er im Interview mit dem US-Amerikanischen Sender ABC News.

Der Horror-Crash ereignete sich bereits vor zwei Monaten. Erst jetzt veröffentlichte die Polizei von Albuquerque das Video. Ziel sei es, die Öffentlichkeit für eine Anschnallpflicht in Schulbussen zu sensibilisieren.

USA: Keine allgemeine Anschnallpflicht in amerikanischen Schulbussen

32 von 50 Bundesstaaten haben eine Anschnallpflicht in Schulbussen in Erwägung gezogen, aber nur acht Staaten – darunter Kalifornien, Florida, Nevada, New Jersey und New York – setzen diese auch in der Praxis um. In Arkansas, Louisiana und Texas gibt es zwar ähnliche Gesetze, aber die örtlichen Behörden sind nicht verpflichtet, sie durchzusetzen. Obwohl es bisher keine Sicherheitsgurte gibt, gelten Schulbusse nach Angaben der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) als die sicherste Art, Kinder in den USA zur Schule zu bringen.

Die Zahl der in Schulbussen getöteten Kinder ist deutlich geringer als die Zahl der in Autos getöteten Kinder. Nach Angaben der NHTSA sterben im Durchschnitt sechs Kinder pro Jahr bei Schulbusunfällen, dem gegenüber stehen etwa 2.000 tote Kinder in anderen Fahrzeugen.

Auch wenn Albuquerque nach dem Horror-Crash keine Toten zu beklagen hat, ist in den USA eine Debatte um eine Anschnallpflicht in Schulbussen entbrannt. Denn auch wenn die meisten Kinder mit dem Schrecken davon gekommen sind, können Traumata entstehen. Der psychologische Schaden kommt bei der Debatte leider meist zu kurz. (kra)