Gruppe Extinction Rebellion kritisiert Bundesverkehrsministerium

Schilder abmontiert: Klimaaktivisten führen eigenmächtig "Tempolimit" auf Autobahnen ein

Klimaaktivisten wollen auf deutschen Autobahnen ein Tempolimit eingeführt haben. (Symbolbild)
Klimaaktivisten wollen auf deutschen Autobahnen ein Tempolimit eingeführt haben. (Symbolbild)
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„Seit dem 1. Januar 2023 gilt auf vielen deutschen Autobahnen ein generelles Tempolimit von 130 km/h.“ So schreibt es die Aktivistengruppe Extinction Rebellion am Montag. Der Grund: Die Klimaaktivisten haben zahlreiche Schilder auf deutschen Autobahn abmontiert! Um Berlin, Frankfurt und Hamburg herum soll dadurch – zumindest in den Augen der Aktivisten – faktisch ein Tempolimit gelten.

Extinction Rebellion montiert auf Autobahn Verkehrsschilder ab

Ein Sprecher des Lagezentrums des Polizeipräsidiums in Potsdam sagte am Montag, im Bereich der Polizeidirektion Ost etwa sei am Wochenende die Demontage von 13 Verkehrsschildern registriert worden. An der A9 seien zudem zwei Zeichen entwendet worden. Alle Autobahnmeistereien seien informiert.

Laut einem Sprecher von Extinction Rebellion wurden unter anderem auf der A10 um Berlin herum Verkehrsschilder abmontiert. Die Gruppe will damit gegen das Bundesverkehrsministerium protestieren. Minister Volker Wissing (FDP) lehnt ein generelles Tempolimit auf Autobahnen ab.

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Tempolimit auf der Autobahn: Aktivisten kritisieren FDP

„Wenn die Regierung es trotz Klimakrise nicht schafft, so etwas Einfaches wie das Tempolimit umzusetzen, dann gibt es keinen Zweifel mehr daran, dass unser System in dieser Krise auf voller Länge versagt“, sagt die Aktivisten Amelie Meyer. „Es ist so einfach, ein Tempolimit durchzusetzen, warum blockiert die FDP es trotzdem?“

Nach Berechnungen des Umweltbundesamts würde ein bundesweites, generelles Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen die gesamten CO2-Emissionen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um rund 2 Prozent senken. Umfragen zufolge befürwortet eine Mehrheit der Deutschen ein Tempolimit auf Autobahnen. (dpa/bst/jda)