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Sängerin Liana Georgi bei LGBTQ-Pride in Istanbul in Gefahr

Von Polizisten eingekesselt

Sängerin Liana Georgi bei LGBTQ-Pride in Istanbul in Gefahr

Sängerin Liana Georgi im RTL-Interview: "Wir sind hier, wir sind friedlich, wir wollen einfach so sein, wie wir sind""
Internationales Model Rain Dove und Sängerin Liana Georgi bei der diesjährigen Istanbul Pride
privat

Von Remzi Karga

Liana Georgi ist furchtlos, mutig, laut – und seit Jahren eine Hoffnungsträgerin für die LGBTQ-Community in Istanbul. Nun wurde sie bei der diesjährigen Pride von Dutzenden Polizistinnen und Polizisten eingekesselt, ihr droht womöglich Haft. Doch davon lässt sich die Berlinerin nicht abschrecken: Als sie im vergangenen Jahr vor einem Polizei-Großaufgebot mutig voranschreitet, hilft ihr Weltstar Madonna – sie macht auf Instagram auf Lianas Heldentat aufmerksam. Dieses Jahr ist es Rain Dove, ein internationales, nicht binäres Model, auf deren Unterstützung Liana Georgi zählen darf. Beide setzten ein Zeichen und demonstrieren trotz Pride-Verbot für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transidentitären Menschen am Bosporus.

Lese-Tipp: Wegen falschem Geschlecht im Pass darf sie nicht ausreisen. Ukrainische Trans-Sängerin bangt um ihr Leben: „Bitte helft mir!“

Schwule, Lesben und Transmenschen werden verhaftet, weil sie für ihre Rechte einstehen

Die 30. Pride in Istanbul wurde verboten
Sängerin Liana Georgi bei der diesjährigen Pride in Istanbul
Remzi Karga, privat

Eigentlich hat die türkische LGBTQ-Community allen Grund zum Feiern. Die Istanbul Pride feiert 30. Geburtstag. Doch die Kundgebungen und Veranstaltungen rund um die Pride wurden von den türkischen Behörden verboten. Dennoch ziehen unzählige Menschen auf Istanbuls Straßen, um den Pride-Tag zu zelebrieren. Dabei nehmen die Demonstrant*innen sogar eine Verhaftung und körperliche Verletzungen in Kauf. Die türkische Polizei setzt nämlich Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstrant*innen ein. „Es wurden schon mehrere Leute verhaftet. Es ist einfach irre, was hier gerade passiert“, erzählt uns die Berliner Sängerin und Aktivistin Liana Georgi.

Wir werden nicht aufgeben, wir haben keine Angst!

Seit Jahren werden die Kundgebungen in Istanbul haben von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen von den zuständigen türkischen Behörden gewaltsam verboten und seitens der Polizei gewaltsam aufgelöst.Laut RTL-Informationen wurden heute (Sonntag) bereits über 200 Menschen in Handschellen abgeführt. Darunter auch Journalistinnen, Journalisten und Anwältinnen und Anwälte. Auf Instagram äußerten sich die Veranstalter der Istanbul Pride bereits in den vergangenen Tagen wie folgt: „Diese Entscheidung ist rechtswidrig und wir möchten darüber informieren, dass wir alle unsere juristischen Mittel nutzen und die notwendigen Einsprüche einlegen werden. Wir möchten uns bei unserem gesamten Netzwerk von Anwälten und Veranstaltungsorten bedanken, die uns unterstützt haben. Wir werden nicht aufgeben, wir haben keine Angst!“

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Die Polizei kesselt die friedlichen Demonstranten ein: Immer wieder werden sie aufgehalten und von Polizistinnen und Polizisten befragt. Kaum haben sie sich von den Beamten losgelöst, geht das Spiel in der nächsten Seitenstraße weiter, erzählen uns Liana Georgi und Rain Dove. Aber sie sagen auch, dass sie für ihre Existenz und Daseinsberechtigung kämpfen: „Wir sind hier, wir sind bunt, wir sind friedlich und wir wollen einfach nur lieben“. Dabei kämpfe sie nicht gegen etwas, sondern stehe für die Rechte von Menschen ein: Aufgeben kommt nicht infrage. Wenn man uns unsere Existenz abstreitet, dann müssen wir natürlich lauter sein. Denn wir sind da und wir werden nicht weggehen."