Augustusburg startet den Feldversuch

Sachsen stellt Corona-Warn-Buzzer vor: Warn-App ohne Smartphone

Am 10.12.2020 wird der Corona-Warn-Buzzer in Augustusburg vorgestellt.
© LSO, Luca Stark

10. Dezember 2020 - 13:02 Uhr

Buzzer soll irgendwann in ganz Deutschland einsetzbar sein

Er soll mehr als eine Ergänzung zur Corona-Warn-App sein und ein kleiner Meilenstein in der Bekämpfung der Pandemie in Deutschland werden. Am Donnerstag stellten die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping und der Bürgermeister von Augustusburg, Dirk Neubauer, zusammen mit den beteiligten Partnern den Corona-Warn-Buzzer vor.

Das Besondere: Der Buzzer funktioniert ohne Smartphone, soll aber genauso effektiv sein, wie die App. Etwa einen Monat lang wird der Buzzer im sächsischen Augustusburg getestet. Ziel der Entwickler ist es, den Buzzer danach in ganz Deutschland einsetzen zu können.

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Infektionsketten ohne Smartphone nachverfolgen

Die Idee für den Corona-Warn-Buzzer entstand im April, als die Nachteile der Corona-Warn-App sichtbar wurden. Menschen, die aus technischen oder persönlichen Gründen die App nicht nutzen, sollen bald den Buzzer verwenden können. Das besonders Kinder, Senioren und Menschen, die App nicht auf ihrem Handy haben wollen. Ein großer Vorteil des Buzzers ist, dass, anders als auf dem Smartphone, keine anderen Daten auf dem Gerät gespeichert sind. Er verfügt über kein GPS. Das heißt, man kann nicht nachverfolgen, wo sich der Buzzer befindet.

So funktioniert der Corona-Warn-Buzzer

"Der Corona-Warn-Buzzer ist die Corona-Warn-App in einem Schlüsselanhänger", erklärt Dr. Sascha Berger, Chef der Digades Gmbh aus Zittau. Die Benutzung ist simpel. "Man muss ihn nur aufladen, einschalten, dabeihaben", so Berger weiter. Der Buzzer warnt den Träger genauso wie die App.

Hatte man Kontakt mit einer positiv getesteten Person, so wird der Benutzer darüber informiert. Der Corona-Buzzer macht das durch Lautstärke, vibrieren und leuchten. Er ist sehr intuitiv und daher auch für Kinder und ältere Leute gut einsetzbar. Auf der Rückseite befindet sich eine Telefonnummer. Falls man selbst positiv getestet wurde, ruft man die Nummer an und meldet die Infektion.

Buzzer soll rund 50 Euro kosten

Der Wunsch der Entwickler und der sächsischen Gesundheitsministerin ist es, die Buzzer bald deutschlandweit einsetzbar zu machen. Auch andere Bundesländer würden auf den Feldversuch in Augustusburg schauen, sagt Petra Köpping. Wenn es dazu kommen sollte, wollen die Entwicklerfirmen den Buzzer für maximal 50 Euro anbieten. Aktuell wäre das nicht möglich. Verhandlungen mit dem Bundesgesundheitsministerium sollen allerdings schon laufen.

Neubauer: "Wir müssen jetzt begreifen, dass es jetzt wirklich von uns abhängig ist, wie es mit uns weitergeht“

Petra Köpping
Petra Köpping (SPD), Gesundheitsministerin von Sachsen.
© deutsche presse agentur

In der Pressekonferenz machen Petra Köpping und Dirk Neubauer ganz deutlich, wie wichtig die flächendeckende Nutzung der Warn-App ist, um schnell und umfassend die Coronavirus-Infektionsketten nachvollziehen und darauf zugeschnittene Maßnahmen einleiten zu können.

Dirk Neubauer appelliert an seine Bürger: "Wir müssen jetzt begreifen, dass es jetzt wirklich von uns abhängig ist, wie es mit uns weitergeht." Der Corona-Warn-Buzzer wurde in der Stadt Augustusburg schon gut angenommen. Rund 250 Voranmeldungen, Seniorenheim und Schulen nicht mitgezählt, sollen vorliegen. Besonders Eltern sind interessiert, den Buzzer für ihre Kinder zu bekommen. Derzeit können nur die rund 5.000 Augustusburger am Feldtest teilnehmen. Laut Bürgermeister Neubauer soll es schon eine Vielzahl an Anfragen aus ganz unterschiedlichen Orten gegeben haben.