Laut Medienbericht

Sachsen prüft Lockdown für Ungeimpfte

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.
© dpa, Robert Michael, ert jat dna

02. November 2021 - 8:47 Uhr

Infektionszahlen steigen

Was kommt da in diesem Winter auf uns zu? Die Infektionszahlen steigen wieder deutlich, die Impfquote ist längst nicht so hoch, wie sie sein könnte. Sachsen erwägt offenbar die Reißleine zu ziehen – mit einen Lockdown für Ungeimpfte. Das berichtet die "Leipziger Volkszeitung".

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Impfquote in Sachsen gerade mal bei 56,5 Prozent

Ohne Corona-Impfung könnten in Sachsen bald viele Menschen vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden. Die Landesregierung überlegt nämlich die Verpflichtung zum 2-G-Modell in vielen Bereichen durchzusetzen. Die "Leipziger Volkszeitung" (LVZ) bezieht sich dabei auf Regierungskreise. Und das würde einen Großteil der Sachsen treffen: Die Impfquote der vollständig Geimpften liegt dort nämlich gerade einmal bei 56,5 Prozent. 58,9 Prozent sind mindestens einmal geimpft.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach sich auch öffentlich für verschärfte Schutzmaßnahmen aus. "2G ist jetzt ein zwingendes Muss. Die Infektionen bei den ungeimpften Menschen bestimmen diese vierte Welle", sagte er am Mittwoch.

Braun für strengere Maßnahmen, Söder für "3G plus"

Auch (Noch)-Kanzleramtschef Helge Braun blickt mit Sorge auf den Winter. Strengere Regeln kann auch er sich vorstellen: Das 3G-Modell hat uns gut durch den Herbst gebracht. Wir hatten stabile Zahlen, aber jetzt sehen wir: "Die Zahlen steigen wieder. Das heißt, zusätzliche Maßnahmen sind erforderlich. Und da ist 2G die logische Steigerungsstufe", so Braun im Interview mit RTL-Reporterin Franca Lehfeldt.

Für Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält eine flächendeckende 2G-Regelung in Bayern trotz steigender Infektionen für unwahrscheinlich, der Trend gehe aber - regional abgestuft - von 3G zu "3G plus" mit PCR- statt Schnelltests und von "3G plus" zu 2G. Zudem müsse die regionale Belastung der Krankenhäuser stärker berücksichtigt werden. Vor allem aber gehe es darum, die Impfquote zu erhöhen. "Sonst wird das so eine Endlosschleife, und das kann nicht sein", so Söder nach einer Sitzung des CSU-Vorstands.

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Sollte flächendeckend 2G gelten, könnten Ungeimpfte dann nur noch in Geschäften des täglichen Bedarfs einkaufen, zum Beispiel Supermärkten oder Apotheken. Auch Frisörbesuche könnten möglich bleiben. Nach Informationen des Redaktionsnetzwerk Deutschlands, zu dem auch die LVZ gehört, diskutiert die sächsische Landesregierung auch, ob das Modell auch auf Einzelhandel und Arbeitsplatz angewendet werden müsse.

In Sachsen liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 238,6 (Stand 29.10), die 7-Tage-Hospitalisierung liegt bei 5,2.

Die aktuelle Corona-Verordnung gilt noch bis zum 17. November. (eku)