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Sachsen-Anhalts CDU will "Das Erste" abschalten

Übrig bleiben sollen ZDF und die Dritten Programme

Sachsen-Anhalts CDU will "Das Erste" abschalten

Übrig bleiben sollen nur das ZDF und die Dritten Programme
Plan der CDU Sachsen-Anhalt: ZDF und öffentlich-rechtliches Regionalprogramm sollen reichen
picture alliance

Ältestes deutsches Fernsehprogramm

Sachsen-Anhalts CDU will das älteste öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm abschalten. „Das Erste", seit 1950 auf Sendung, soll langfristig verschwinden, wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ (MZ) unter Berufung auf die CDU-Landtagsfraktion in ihrer Dienstagsausgabe berichtet.

Mehr regionale Schwerpunkte

Die Landes-CDU stellte sich am Montag hinter einen Vorschlag von Sachsen-Anhalts Medienminister Rainer Robra (CDU). „Wir unterstützen den Vorschlag von Staatsminister Robra, langfristig den Sender ,Das Erste' als eigenständigen Kanal abzuschaffen", sagte Parlamentsgeschäftsführer Markus Kurze der MZ.

Dadurch sollen die Öffentlich-Rechtlichen auf das ZDF und die dritten Programme eingeschmolzen werden. Mit Blick auf diese spricht Kurze von einem Konzept „Das Erste mit regionalen Schwerpunkten".

CDU Sachsen-Anhalt weiß: Plan politisch derzeit nicht umsetzbar

Das 1963 gestartete ZDF würde durch diese Reform aufgewertet. „Als nationaler Sender bliebe das ZDF übrig", bestätigte Kurze. Die Schließung des „Ersten" sei eine langfristige Vision, betonte der Medienpolitiker: „Wir wissen, dass wir das politisch derzeit nicht umsetzen können. Aber das ist unser Fernziel."

Die CDU-Fraktion wirft den öffentlich-rechtlichen Sendern vor, sie hätten sich von ihren Zuschauern entfernt. „Wir sind der Meinung, dass im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oft Minderheitenmeinungen stärker vorkommen als die Meinung der Mehrheit", rügte Kurze. „Zum Beispiel sollten die Sender nicht nur diejenigen zu Wort kommen lassen, die immer noch mehr und mehr Klimaschutz wollen, sondern auch diejenigen, die das bezahlen müssen."

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Auch die BBC steht unter Druck

Auch im Ausland stehen Öffentlich-Rechtliche Sender unter Druck. Die britische Kulturministerin Nadine Dorries hatte am Sonntag angekündigt, die Gebühren für die BBC 2027 abzuschaffen. Der Schritt soll der verstärkten Bedeutung von Streamingdiensten wie Netflix Rechnung tragen. Allerdings sind die Beitragszahlungen vielen Konservativen schon seit langem ein Dorn im Auge. Johnson hatte bereits 2019 angekündigt, das Gebührensystem zu überarbeiten.

Für die BBC würde eine Abschaffung der Beiträge, die derzeit mit 3,2 Milliarden Pfund (3,83 Milliarden Euro) pro Jahr den Großteil der Finanzierung ausmachen, einen radikalen Umbau bedeuten. Tausende Jobs müssten gestrichen und mehrere Programme und Spartenkanäle dichtgemacht werden. Derzeit zahlt jeder britische Haushalt jährlich umgerechnet rund 190 Euro. (mz/dpa/rcl)

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