Immer das Unerwartete erwarten

Rätsel um Überraschungsfund auf dem Mars gelöst?

Mars Rover sucht nach Leben auf dem Mars Jubiläum im All
01:15 min
Jubiläum im All
Mars Rover sucht nach Leben auf dem Mars

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von Karim Belbachir

Nach einem Fund des Mars-Rovers Curiosity müssen Wissenschaftler jetzt umdenken. Überraschenderweise hat der Mars offenbar eine bewegtere Vergangenheit als bisher angenommen.

Im Video: Mars-Rover Perseverance sucht nach Leben auf dem Mars

Seltenes Mineral am Gale-Krater

Vulkan auf dem Mars spuckt Aschewolke aus
Offenbar müssen Wissenschaftler von einer bewegteren Vergangenheit des Mars ausgehen. Einiges spricht dafür, dass wesentlich mehr Vulkane aktiv waren, als bisher angenommen.
iStockphoto

Das war schon ein überraschender Fund, den der Mars Rover Curiosity da im Jahr 2015 am Gale-Krater gemacht hat. Das NASA-Gefährt fand ein Mineral, das dort so gar nicht vermutet wurde. Dabei handelt es sich um Tridymit, dass nur von wenigen explosiven Vulkanen an die Oberfläche gespuckt wird. Der Fund stellte die Forscher also vor ein Rätsel, denn bisher gingen die NASA-Wissenschaftler nur von primitiven Mineralien am Fundort aus.

Vorkommen nur in explosiven Vulkanen

Mount St. Helens bei einem Vulkanausbruch 1980
Der Mount St. Helens in den USA gehört zu den wenigen explosiven Vulkanen auf der Erde, die auch Tridymit ausspucken. Dieses Foto zeigt einen Ausbruch im Jahr 1980.
deutsche presse agentur

Das Mineral entsteht wenn ein Silikat hoch erhitzt wird und anschließend schnell abkühlt. Doch ist es selten und entsteht nur in explosiven Vulkanen. Selbst auf der Erde gibt es Tridymit nur selten und wird auch nicht von jedem Vulkan ausgestoßen. Insgesamt ist es erst an fünf Orten auf der Erde nachgewiesen worden. Beim Mars sind Forscher bisher von einer geringeren Vulkanaktivität ausgegangen. Zwar gab es Vulkane auf dem Roten Planeten, allerdings waren das meist Basaltvulkane. Diese führen allerdings kein Tridymit. Wie kam es also dorthin?

Nun, sieben Jahre danach scheint das Rätsel gelöst zu sein. Ein Team um Valérie Payré von der Nothern Arizona University und Kirsten Siebach von der Rice University in Houston untersuchte die Probe. „Die Entdeckung von Tridymit im Sediment des Gale-Kraters ist einer der überraschendsten Funde, die der Curiosity-Rover in seiner zehnjährigen Mars-Erkundung gemacht hat“, wie Koautorin Siebach erklärt.

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Mehr Vulkanismus als gedacht?

HANDOUT - «Curiosity» landete erfolgreich auf dem Mars, schickt massenhaft wissenschaftliches Datenmaterial und polierte auch noch das Image der Behörde Nasa auf. Genau ein Jahr rollt der Rover nun - und ein Ende ist noch lange nicht abzusehen. Foto:
Marsrover Curiosity fand 2015 in einer Bodenprobe ein ungewöhnliches Material.
dpa

Nachdem die wenigen explosiven Vulkane auf der Erde untersucht wurden, an denen Tridymit gefunden wurde, glaubt das Forscherteam, eine plausible Erklärung parat zu haben – und diese könnte die Vorstellung vom Geschehen auf der Oberfläche des Mars verändern.

Die Forscher gehen nun davon aus, dass ein weiter entfernter Vulkan bereits siliziumreiche Minerale in einer Explosion Asche und Lava ausspuckte und diese sich die Staubwolke in der Atmosphäre verteilte. Am Gale-Krater, der zu der vermuteten Zeit vor etwa 3 bis 3,5 Milliarden Jahren Wasser führte, lagerte es sich am Fundort ab. Spuren weisen darauf hin, da das Material verwittert war, wie es eigentlich nur im Wasser geschieht.

Erwarte auf dem Mars das Unerwartete

Payré und ihren Kollegen gelang es, die Vorstellung der vulkanarmen Vergangenheit des Mars zumindest leicht zu erschüttern. So erklärt Koautorin Siebach auch: „Die Studie deutet darauf hin, dass der Mars eine komplexere und faszinierendere vulkanische Geschichte hat, als wir es uns vor Curiosity vorgestellt hätten.“

Der Mars Rover feiert im Dezember seinen 10 Jahrestag seit der Landung. Nun sollen weitere Untersuchungen mehr Aufschluss über die überraschend bewegte Vergangenheit des Mars herausfinden. Aber, um es mit den Worten von NASA-Mitarbeiter Doug Ming vom Johnson Space Center zu halten, der bereits 2016 die Probe untersucht hatte: Planetenwissenschaftler müssten auf dem Mars immer das Unerwartete erwarten.

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(kfb)