Keine Zulassung, kein Hygiene-Konzept

Rosenheim: Behörden schließen mutmaßliche Querdenker-Schule

Die Schule in Rosenheim hatte keine Zulassung. Vor Ort gab es kein Hygienekonzept.
Die Schule in Rosenheim hatte keine Zulassung. Vor Ort gab es kein Hygienekonzept.
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23. September 2021 - 10:45 Uhr

Es lag weder eine Genehmigung für die mutmaßliche Querdenker-Schule vor, noch sei sie beantragt worden

Die Behörden haben eine Schule im bayerischen Landkreis Rosenheim, an der etwa 50 Schüler unterrichtet wurden, geschlossen. Der Grund: Es lag weder eine Genehmigung für den Schulbetrieb vor, noch sei sie beantragt worden, so die Regierung von Oberbayern und das Landratsamt Rosenheim. Die Vermutung, dass es sich dabei um eine Querdenker-Schule handelt, wurde nicht kommentiert, sie liegt nach einem Bericht des "Bayerischen Rundfunks" (BR) jedoch nahe.

Schule in Rosenheim von Eltern und „aus dem System ausgestiegenen Pädagogen" betrieben

"Die Gründerin dieser sogenannten, selbst ernannten 'Lernoase' bittet zum Gespräch, allerdings außerhalb des Grundstücks. Das Mikrofon muss ausbleiben. Man befinde sich auf russischem Hoheitsgebiet, man sei eine russische Stiftungs-Schule, und es würden hier seit Schuljahresbeginn rund 50 Kinder aus unterschiedlichen Landkreisen aus Oberbayern unterrichtet", heißt es im Bericht des "Bayerischen Rundfunks" zu der Schule im Ortsteil Deutelhausen.

Unterrichtet werden sie dem Bericht zufolge "von deren Eltern, aber auch von – so wörtlich – 'aus dem System ausgestiegenen Pädagogen'. Darunter unter anderem Kräuter- und Musik-Pädagogen, aber auch Schamanen, so die Leiterin, die nicht möchte, dass ihr Name im Beitrag veröffentlicht werde.

Viele Eltern wehrten sich gegen die vorgeschriebe Corona-Testpflicht an Schulen

Laut einem Sprecher der Regierung von Oberbayern könne man nicht genau sagen, was dort unterrichtet wurde, da die Schule weder genehmigt noch geprüft sei. Die Schule befindet sich auf einem Bauernhof.

Nach BR-Recherchen soll es vor Ort keine erforderlichen Corona-Schutzmaßnahmen geben, außerdem hätten viele Eltern der Schüler die vorgeschriebenen Corona-Tests an Schulen abgelehnt. Die Regierung von Oberbayern und das Landratsamt Rosenheim haben die Schule zur sofortigen Schließung aufgefordert – bei Nicht-Befolgen droht eine Strafe von bis zu 20.000 Euro. (dpa, jos)