Wie lange ist das Rezept gültig und wer übernimmt die Kosten?

Rosa, blau, grün, gelb: Das bedeuten die Farben von Arztrezepten

23. April 2019 - 17:01 Uhr

Welche Farbe bedeutet was?

Rezepte für Medikamente sind eine bunte Mischung: Mal sind sie rosa, mal sind sie blau, grün oder gelb. Dabei haben die verschiedenen Farben jeweils eine Bedeutung, zum Beispiel wer die Kosten für die Medikamente übernimmt. Die Farbe hat aber auch Auswirkungen auf die Gültigkeit von Rezepten - mehr dazu erkären wir im Video.

Wann muss ich beim Medikament zuzahlen?

Rosa Rezepte werden die meisten Kassenpatienten kennen: Es ist das "normale" Rezept, hier übernimmt die Kasse die Kosten. Erwachsene müssen lediglich fünf bis zehn Euro dazuzahlen. Blaue Rezepte sind Privatrezepte, da müssen Kassenpatienten den vollen Preis zahlen. Das wohl bekannteste Beispiel: die Pille. Grüne Rezepte sind lediglich Empfehlungen des Arztes, auch hier zahlt der Patient. Und gelbe Rezepte fallen unter das Betäubungsmittelgesetz, also zum Beispiel sehr starke Schmerzmittel.

Ob zusätzliche Kosten für ein Medikament anfallen, erkennt man an den sogenannten Rezeptstatusfeldern - ganz links auf dem Rezept. Eines dieser Kästchen ist angekreuzt:

Gebührenfrei

Der Patient muss keinen Rezeptanteil bezahlen, der grundsätzlich zehn Prozent des Verkauspreises eines Medikaments beträgt. Liegt der Preis für das Medikament allerdings höher als der (von der Krankenkasse) vorgeschriebene Festbetrag für den Wirkstoff, müssen die Mehrkosten selbst bezahlt werden.

Gebührenpflichtig

Der Versicherte muss für den Rezeptanteil selbst aufkommen. Die Zuzahlung beträgt bei Arzneimitteln zehn Prozent des Medikaments. Sie ist in der Regel jedoch auf fünf bis zehn Euro beschränkt, damit chronisch Kranke keine Unsummen für Medikamente ausgeben müssen.

Eventuelle Mehrkosten, die den vorgeschriebenen Festbetrag überschreiten, müssen ebenfalls selbst bezahlt werden.

noctu

Ist dieses Kästchen angekreuzt, übernimmt die Krankenkasse den Nachtdienstzuschlag, den die Apotheke verlangt, wenn ein Patient ein Rezept während der Notdienst-Zeiten einlöst. Ist kein Häkchen in dem Feld, beträgt die Gebühr 2,50 Euro.

Sonstige

Soll die Kosten weder die Krankenkasse noch der Patient tragen, kreuzt der Arzt dieses Kästchen an. Die Verordnung geht dann zu Lasten eines anderen Kostenträgers, wie beispielsweise der Bundeswehr, der Polizei oder der Postbeamtenkrankenkasse.

Unfall

Dieses Kästchen wird ausgefüllt, wenn das Medikament nach einem Unfall verschrieben wird. In diesem Fall bekommt die Krankenkasse gegebenfalls die Kosten von Dritten erstattet, z. B. von der Haftpflicht- oder KfZ-Versicherung des Unfallverursachers.

Arbeitsunfall

In diesem Kästchen ist ein Häkchen gesetzt, wenn das Medikament nach einem Unfall verschrieben wird, der in der Arbeitszeit geschehen ist. Dann müssen zusätzliche Angaben wie Unfalltag, Betrieb und Arbeitgebernummer gemacht werden. Die Felder Versichertennummer und Kassennummer bleiben bei einem Arbeitsunfall leer.

Welche persönlichen Daten stehen auf dem Arztrezept?

- Name, Anschrift und Geburtsdatum sind immer angegeben.

- Hinzu kommt die Krankenkasse, bei der man versichert ist. Auch die Kassennummer (jede Krankenkasse hat ihre eigene) ist auf dem Rezept vermerkt. Ausnahme: Bei Arbeitsunfällen wird hier der Kostenträger der Berufsgenossenschaft eingetragen, da er für diese Kosten aufkommt.

- Die zehnstellige Krankenversicherungsnummer muss ebenfalls auf dem Rezept stehen. Sie bleibt übrigens das ganze Leben lang gleich - sogar wenn die Krankenkasse gewechselt wird.

- Auch der Versichertenstatus ist mit einer dreistelligen Zahl auf dem Rezept vermerkt. Die erste Zahl verrät, ob man Familienangehöriger ist (3), Rentner (5) oder "einfaches" Mitglied (1). Die zweite Zahl sagt aus, ob der Patient z. B. Leistungsempfänger ist (dann steht da eine 9). Die dritte Zahl verrät - falls vorhanden - den sogenannten DMP-Status (Disease-Management-Programme), wobei eine 1 für Diabetes Typ 2 steht, eine 2 für Brustkrebs, eine 3 für Koronare Herzkrankheit, eine 4 für Diabetes Typ 1, eine 5 für Asthma bronchiale und eine 6 für COPD.

- Ist der Patient nach dem Bundesentschädigungsgesetz (BEG) oder dem Bundesversorgungsgesetz (BVG) anspruchsberechtigt, wird das im dafür vorgesehenen Kästchen mit der Zahl 6 markiert. Dazu zählen u. a. Kriegsopfer, ehemalige Kriegsgefangene oder Wehrdienstbeschäftigte.