Nach dem Wechsel-Theater mit den Bayern und der spanischen Liga

So lief das erste Spiel von Lewandowski im Barca-Trikot

 FC Barcelona, Barca v Rayo Vallecano - LaLiga Santander Robert Lewandowski of Barcelona shooting to goal front Stole Dimitrievski Goalkeeper of Rayo Vallecano and North Macedonia during the La Liga Santander match between FC Barcelona and Rayo Valle
Robert Lewandowski
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Mensch, was war das denn für ein irres Wechsel-Theater um Robert Lewandowski. Der Wunderstürmer der Bundesliga (Stichwort Tor-Rekorde) lieferte sich mit dem FC Bayern über den Sommer ein echtes und teils unwürdiges Transfer-Scharmützel. Kurzum: Er wollte unbedingt gehen. Der FCB wollte das nicht (Stichwort: bestehender Vertrag), sprach ein Basta-Machtwort aus, knickte dann aber bei entsprechender Ablöseofferte des einstmals so großen, aber inzwischen krass verschuldeten FC Barcelona ein. Irgendwann was das Ding also durch, nicht aber das Theater. Bis zu diesem Freitag (!) war unklar, ob Lewandowski überhaupt für Barca auflaufen kann. Stichwort: Schulden bzw. Financial Fairplay. Nunja: Er durfte. Und so lief sein langersehntes und hart erarbeitetes Barca-Debüt.

Zitter-Einstand für Lewandowski - wegen fehlender Barca-Kohle

Robert Lewandowski in Aktion.
Robert Lewandowski in Aktion.
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Pünktlich zum 1. Spieltag war das Hickhack des FC Barcelona mit der spanischen Liga beendet. Der Großclub durfte den Stürmer registrieren. Dies war lange Zeit unklar gewesen, weil der Club zu hohe Ausgaben hatte. Die Katalanen veräußerten noch kurzerhand Anteile der Produktionsfirma Barça Studios für 100 Millionen Euro. Alles für den Stürmer!

Dann stand endlich das Sportliche im Vordergrund. Und da will der spanische FCB endlich wieder ganz oben an der Tabelle schnuppern. Zuletzt stand da eben Erzrivale Real Madrid im Weg.

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Natürlich hatte Barcelona-Trainer Xavi „Lewa“ beim Auftakt im legendären Camp Nou gegen Rayo Vallecano in die Startelf gestellt. Alles andere wäre eine massive Enttäuschung gewesen. Im Spiel „registriert“ sich der Pole in der 13. Minute. Sein Heber überlupft auch den gegnerischen Keeper – allerdings steht der Weltfußballer im Abseits.

Das Spiel gegen den Tabellenzwölften der Vorsaison plätschert dann eher so vor sich hin. Erst in der 37. Minute die nächste notierenswerte Lewa-Aktion. Sein Kopfball rauscht über das Tor. Die größte Chance der Partie hat dann kurz vor der Halbzeit aber Rayo Vallecano. Alvaro Garcia scheitert freistehend, aber aus spitzem Winkel an Barca-Keeper Marc-André ter Stegen.

Knallhart-Grätsche zeigt Lewandowskis Ehrgeiz

Ein Blick in die zweite Halbzeit: Was Barca anbietet ist, naja, ausbaufähig. Ein Abpraller landet via Umwege bei Lewandowski (55.). Der Angreifer stochert in Ball und Gegner. Der Schiedsrichter entscheidet: Stürmerfoul.

Wieder ist Außenseiter Vallecano nah am Überraschungstreffer. Nach einigen Wechseln auf beiden Seiten sind die Visiere nach oben geklappt. Vor allem Ansu Fati schraubt die PS-Anzahl von Barca nach oben. Und Lewandowski? In der 70. Minute zeigt er, wie viel Speed in dem 33-Jährigen noch steckt, indem er einen Konter an der Mittellinie per Sprint und Spektakulär-Grätsche knallhart unterbindet. Die Nummer 9 kann auch Defensive. Nur vorne, da klappt’s noch nicht wie gewohnt.

Aufregung in der 75. Minute: Der Neu-Stürmer kommt im Strafraum zu Fall. Allerdings nicht regelwidrig. Die Barca-Beschwerden prallen am Referee ab. Zu Recht. Dann endlich ein freier Abschluss für Lewandowski (82.). Der Ball aber will nicht ins Tor.

Die Gastgeber drücken nochmal leicht aufs Gaspedal – doch es bleibt beim 0:0 trotz acht Minuten Nachspielzeit. Das Lewandowski-Debüt, man muss es so sagen, ist eine kleine Enttäuschung. Fünf Torschüsse, zwei Torschuss-Vorlagen, 46 Prozent Zweikampfquote. Und erstmals seit acht Jahren kein Tor im Liga-Auftakt für seinen Club. Die ersten Treffer des Tor-Giganten sind aber nur eine Frage der Zeit. (msc)