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Riesen-Zoff um neue Gasumlage! Es wird richtig teuer - Kritik kommt aus Politik und Industrie

Für Kunden und Unternehmen wird es richtig teuer!

Riesen-Zoff um Gasumlage

Riesen-Zoff um Gasumlage Für Kunden und Unternehmen wird es richtig teuer!
01:54 min
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Dieser Zoff ist vorprogrammiert! Gas wird immer teurer und auf die Verbraucher kommen enorme Mehrkosten zu. Betroffen sind nicht nur Einzelne, denn: Etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt!

Eine staatliche Umlage soll für eine gerechte Verteilung der Belastungen sorgen. Doch es hagelt Kritik. Und keiner weiß, wie teuer es wirklich wird.

„Es ist eine wirklich sehr harte Maßnahme. Sie wird die Menschen sehr treffen, sie wird die Industrie treffen und deswegen war es auch gut, dass die Umlage so ausgestaltet ist, dass sie über alle Gas-Bezieher geht“, sagt die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, Kerstin Andreae, im RTL/ntv Frühstart.

Lesetipp: Gasumlage – Ab wann merke ich es auf meiner Rechnung und wie teuer wird es?

Umlage soll Zusammenbruch der Gas-Importeure verhindern

Die Bundesregierung will mit der Umlage einen Zusammenbruch von Importeuren als Folge stark gedrosselter russischer Gaslieferungen verhindern. Sie soll ab Anfang Oktober greifen und Gasversorgern wie Uniper zugutekommen, die zu hohen Preisen Ersatz für ausbleibende, günstigere Gasmengen aus Russland kaufen müssen. Sie können diese Mehrkosten aber bisher nicht weitergeben, dies soll über die Umlage geschehen. Uniper war in finanzielle Turbulenzen geraten, der Bund hatte ein milliardenschweres Rettungspaket beschlossen.

So viel teurer wird es für Verbraucher

Je höher der Ausgleich für die Importeure, desto höher auch die Umlage. Die Höhe der Umlage soll erstmals bis zum 15. August 2022 ermittelt werden. Das Wirtschaftsministerium geht bisher von einer Spanne von 1,5 bis 5 Cent je Kilowattstunde aus.

Das Vergleichsportal Verivox errechnete für diese Spanne für einen Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden Mehrkosten zwischen 89 und 298 Euro.

Ein typischer Pärchenhaushalt würde demnach mit 214 bis 714 Euro belastet, eine Familie im Einfamilienhaus mit 357 bis 1190 Euro. Darin ist auch die Mehrwertsteuer enthalten.

Und diese Kosten sind „nur“ die Kosten der Umlage. Die Preiserhöhungen der Energie-Konzerne generell ist in dieser Rechnung noch nicht berücksichtigt. Klar ist: Energie wird zum Luxus! Auch die Energieverbands-Chefin rät deshalb zum Energie-Sparen! Sie appelliert im RTL/ntv Frühstart: Energie-Einsparungen wirklich ernst nehmen! „Alles was man nicht verbraucht, muss man auch nicht zahlen“, sagt Andreae.

Video: Energieverbands-Chefin warnt vor Gas-Panikmache

Kerstin Andreae warnt vor Gas-Panikmache RTL/ntv Frühstart
06:45 min
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Kerstin Andreae warnt vor Gas-Panikmache

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Jens Spahn: "Die Gasumlage ist nicht fair"

Die Verordnung der Bundesregierung für eine staatliche Gasumlage will die Union so nicht akzeptieren. „Die jetzt im Bundeskabinett beschlossene Gasumlage hat erhebliche handwerkliche Fehler. Sie ist zudem nicht fair“, sagte der stellvertretende Chef der Unionsfraktion, Jens Spahn. Menschen mit kleinem Einkommen warteten seit Monaten auf eine wirkliche Entlastung. Das passe nicht zusammen.

Spahn fügte hinzu: „Dass der Staat über die Mehrwertsteuer an der Sonderumlage noch mitverdient, ist fast zynisch. Die Bürger zahlen so bis zu 100 Euro mehr als nötig wäre. Durch die zweite geplante Umlage, die Speicherumlage, würden noch weitere Belastungen auf die Verbraucher zukommen. Wenn die Ampel hier nicht zügig nachbessert, werden wir im Deutschen Bundestag die Aufhebung dieser Verordnung zur Gasumlage beantragen“, sagte der CDU-Politiker.

Aus Kreisen des von Robert Habeck (Grüne) geführten Wirtschaftsministeriums hieß es dazu, es sei wichtig, dass auf die Umlage keine Mehrwertsteuer erhoben werde. „Das ist nicht vermittelbar.“ Aber hier liege die Zuständigkeit beim FDP-geführten Finanzministerium. Dieses müsse prüfen, wie das geht.

Kritik kommt auch aus der Industrie

Kritik zur Umlage kam auch aus der Industrie. VDA-Präsidentin Hildegard Müller räumte zwar ein: „Die beschlossenen Regelungen zur Gasumlage sind ein notwendiges Übel, um die Energieversorgung Deutschlands aufrecht zu erhalten“. Aber: Für eine faire Lastenverteilung hätte die Bundesregierung auch die Energiewirtschaft stärker in die Pflicht nehmen müssen. Stattdessen sollten Unternehmen und Privatverbraucher über die Maßen belastet werden. Die Chefin des Verbands der Automobilindustrie forderte für die Industrie weitere Entlastungen wie eine Absenkung der Stromsteuer. Darüber hinaus brauche es eine Härtefallregelung, um existenzgefährdende Belastungen für die Unternehmen auszuschließen.

Die Energieverbände BDEW und VKU forderten die Bundesregierung zu Nachbesserungen auf. Sie warnten in einem Brief an Habeck, die Preisanpassung könne gegenüber Kunden mit Verträgen ohne Anpassungsmöglichkeit bis zum 1. Oktober nicht durchgesetzt werden. Das betreffe durchschnittlich rund 25 Prozent der Haushaltskunden. Bei Festpreisverträgen drohe ein Totalausfall, wenn die Umlage vertraglich nicht weitergegeben werden könne. „Dadurch entstehen erhebliche Liquiditätsprobleme bei den Energieversorgern, die wegen der ohnehin angespannten Finanzsituation auch zur Insolvenz führen können.“

Das Kabinett hatte sich am Donnerstagabend auf die Gasumlage geeinigt, die ab Herbst zu Preissteigerungen für die Gaskunden führt. Habeck sagte, die Entscheidung der Bundesregierung für die befristete Umlage werde und müsse von weiteren Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger begleitet werden. (dpa/lth)