Retinoblastom: Durch Foto mit Blitz tödliche Krankheit erkennen

Rocky (2) verlor durch den Krebs ein Auge

Der kleine Rocky hatte ein schielendes Auge. Dahinter steckte aber ein Retinoblastom. Ein Tumor an der Netzhaut.
Der kleine Rocky hatte ein schielendes Auge. Dahinter steckte aber ein Retinoblastom. Ein Tumor an der Netzhaut.
© Facebook/Kara Nitties Sefo

11. Mai 2020 - 13:41 Uhr

Bei Rocky begann alles mit einem schielenden Auge

Der kleine Rocky Sefo aus Newcastle, Australien, ist erst vier Monate alt, als ein Chiropraktiker bei ihm ein schielendes Auge entdeckt. Die Mutter geht mit Rocky zu seinem Hausarzt, der aber nichts Ungewöhnliches entdeckt. Erst Monate später finden Augenärzte heraus, was nicht mit Rocky stimmt. Seine Familie bekommt die Diagnose: Retinoblastom. Der Junge hat einen Tumor hinter seinem linken Auge. Mutter Kara Sefo möchte mit Rockys Geschichte nun Eltern sensibilisieren für diese schwer erkennbare Krankheit.

Rocky hatte einen Tumor auf der Netzhaut

Der kleine Rocky ist ein normales Kind, wie Mutter Kara im Interview mit der Zeitung "Daily Mail" erklärt. Er schläft normal, spielt wie jedes Kind und auch beim Stillen gibt es keine Probleme mit Rocky. Als der Junge erst vier Monate alt ist, erkennt ein Chiropraktiker bei ihm ein schielendes Auge.

Erst Wochen später geht die Familie mit Rocky zum Hausarzt, der ist wegen des Auges aber nicht groß besorgt und überweist Rocky an einen Augenarzt. Es dauert einen weiteren Monat bis die Familie einen Termin bekommt. Erst eine Ultraschall-Aufnahme im Juni 2018 zeigt, dass Rocky 90 Prozent Sehkraft im rechten Auge hat, aber nur zehn Prozent im linken, weil ein Tumor auf seiner Netzhaut wächst. 

Insgesamt 9 Monate Chemo für Rocky (2)

Die Ärzte verordnen Rocky sofort eine sechsmonatige Chemotherapie, Laserbehandlung und Kryotherapie, damit der Tumor nicht sein Gehirn oder sein Nervensystem erreichen würde. Für Mutter Kara Sefo ist diese Diagnose ein großer Schock. "Sie sagten uns, wenn das passieren würde, würden wir ihn verlieren. Ich bin in Tränen ausgebrochen, weil mein Bauchgefühlt wusste, dass die ganze Zeit etwas nicht stimmte", erinnert sie sich im Interview mit der "Daily Mail".

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© Facebook/Kara Nitties Sefo

Nach sechs Monaten Chemo wird Rockys hartnäckiger Tumor hinter seinem Auge mit weniger aggressiven Mitteln wie einer Laserbehandlung und einer Kryotherapie behandelt. Im September 2019 wächst der Krebs aber weiter und Rocky muss für drei weitere Monate eine Chemotherapie über sich ergehen lassen. Dieses Mal mit Spritzen direkt ins Auge.

Nach einem monatelangen Kampf gegen den Krebs wird Rocky im März 2020 schließlich sein linkes Auge entnommen.

Die Mutter des heute 2-Jährigen möchte nun alle Eltern darauf hinweisen, ihre Kleinkinder genau zu beobachten. Sie sollen Fotos von ihnen mit Blitz machen. Es macht auf den ersten und oft einzigen Warnhinweis aufmerksam, dass das Kind einen Tumor im Auge hat. Mit dem bloßen Auge ist die Krankheit nicht zu erkennen. Ein Foto von Rocky kurz vor seiner OP zeigt das Phänomen.

Ein Retinoblastom ist tödlich, wenn es unbehandelt bleibt

Bei einem Retinoblastom handelt es sich eine Krebserkrankung des Auges in Form eines bösartigen Tumors auf der Netzhaut, also hinten am Auge. "Das ist eine ganz seltene Erkrankung, Gott sei Dank selten, allerdings auch eine zu 100 % tödliche, wenn man nichts dagegen tut", erklärt RTL-Experte Dr. Christoph Specht im Zusammenhang mit einem ähnlichen Fall einer Familie aus den USA. Wenn diese Art von Tumor auftritt, tritt er fast nur bei Babys und Kleinkindern bis fünf Jahren auf. "Das liegt daran, dass die Zellen, die da entarten, Entwicklungszellen der Netzhaut sind - und die gibt es eben nur in dieser Lebensanfangsphase, im späten Alter taucht es so gut wie nie auf", so Specht zu RTL.

Die Deutsche Krebsgesellschaft schreibt auf ihrer Website, dass etwa 80 Prozent der erkrankten Kinder jünger als vier Jahre alt sind. Die Chance auf diese Erkrankung bei Kinder liegt bei 18.000 bis 20.000 zu eins. Dort heißt es weiter: "In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 60 Kinder neu an dieser Krebsform. Beide Geschlechter sind etwa gleich häufig betroffen."