"Beschämend" und "lächerlich"

Regenbogen-Gate: Münchens Oberbürgermeister attackiert UEFA und DFB

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter ist sauer.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter ist sauer.
© dpa, Getty, mc jai

22. Juni 2021 - 15:59 Uhr

München-PB kritisiert Verbände heftig

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter geht nach dem Regenbogen-Verbot mit der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) hart ins Gericht. Er reagierte auf die Absage der bunten Beleuchtung der Allianz Arena zum deutschen EM-Spiel gegen Ungarn (Mittwoch, 21 Uhr) mit deutlichen Worten.

"Ich bin auch enttäuscht vom DFB"

Der SPD-Politiker meldete sich am Dienstag mit einer Stellungnahme zu Wort und nahm dabei kein Blatt vor den Mund.

"Ich finde es beschämend, dass die UEFA uns verbietet, ein Zeichen für Vielfalt, Toleranz, Respekt und Solidarität zu setzen", sagte Reiter und ergänzte: "Ich bin auch enttäuscht vom DFB, der trotz der überragenden Zustimmung aus der ganzen Republik sich nicht der in Lage sehen wollte, das Ergebnis zu beeinflussen." Mit seiner Wut auf die Entscheidung ist Reiter indes nicht alleine.

Die Münchner Arena an einem anderen Tag in Regenbogenfarben zu beleuchten, bezeichnete Reiter als "lächerlichen Gegenvorschlag". Das Stadion trotz der UEFA-Entscheidung bunt zu beleuchten, ist laut Reiter aber keine Option: "Das würde mir als altem Revoluzzer zwar gefallen, aber die Arena hat einen Mietvertrag mit der UEFA. Und man will sich nicht rechtswidrig verhalten." Stattdessen solle am Spieltag das Münchner Rathaus mit Regenbogenflaggen geschmückt werden und das Windrad in unmittelbarer Nähe der Arena in Regenbogenfarben beleuchtet werden.

Kommentar von Nikolaus Blome: Lass dieses Stadion leuchten!

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"Politische Provokation gegenüber Ungarn"

Unterdessen hat Ungarn die Entscheidung der UEFA mit Wohlwollen aufgenommen. Die Europäische Fußball-Union habe "die richtige Entscheidung getroffen", sagte Außenminister Peter Szijjarto am Dienstag am Rande eines EU-Ministertreffens in Luxemburg vor ungarischen Journalisten. "Man hat entschieden, sich nicht für eine politischen Provokation gegenüber Ungarn einspannen zu lassen", sagte er weiter.

Die Begründung der UEFA

Die UEFA hatte ihre Ablehnung des Münchner Vorschlags mit ihren Statuten begründet. Man sei eine "politisch und religiös neutrale Organisation", hieß es. Die Anfrage der Münchener Stadtratsfraktionen sei in einem "politischen Kontext" erfolgt, der mit einer Botschaft einhergehe, die "auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt". (msc/sid/dpa)

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