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Gefängnis in Neumünster eingerichtet

Das erwartet Quarantäne-Verweigerer im Corona-Knast

23. Januar 2021 - 17:25 Uhr

Im Video: So sieht es im Corona-Gefängnis in Neumünster aus

Wer nicht hören will, muss… hinter Gitter. So lautet offenbar die neue Vorgehensweise in Schleswig-Holstein. Auf dem Gelände der Jugendarrestanstalt Moltsfelde in Neumünster sollen bald Quarantäne-Brecher zwangseingewiesen werden. Im Video sehen Sie, was auf die Quarantäne-Verweigerer zukommt.

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Handy und Fernsehen sind im Corona-Knast Moltsfelde erlaubt

Gitter vor dem Fenster, eine harte Matratze und eine Essens-Klappe in der Tür: Ab dem 1. Februar sollen in Moltsfelde, das eigentlich ein Knast für jugendliche Gesetzesbrecher ist, Menschen untergebracht werden, die massiv gegen ihre Quarantäne-Auflagen verstoßen. Dazu wurde extra ein ganzer Trakt hergerichtet. Fünf bis sechs Menschen sollen im "Corona-Knast" Platz finden. Die Zellen sind nüchtern eingerichtet, viel Bewegungsfreiheit gibt es nicht. Allerdings ist Fernsehen und Handy hier zu jeder Zeit erlaubt – nicht etwa wie bei einem normalen Gefängnisaufenthalt. Aus Infektionsschutzgründen hat außerdem jede Zelle ein eigenes Badezimmer.

18.01.2021, Schleswig-Holstein, Neumünster: Regenwolken ziehen über die Jugendarrestanstalt Moltsfelde. Wer wegen der Corona-Pandemie in Quarantäne muss und sich weigert, die Regeln einzuhalten, könnte in Schleswig-Holstein bald in eine Einrichtung z
Gefängnis ist Gefängnis - inklusive Zaun und Überwachungkameras. Doch wenn die Quarantäne vorbei ist, darf man Moltsfelde wieder verlassen.
© dpa, Axel Heimken, ahe fgj

Unterbringung im Corona-Gefängnis ist das letzte Mittel

In den Corona-Knast kommt bei weitem nicht jeder, der einmalig gegen seine Quarantäne-Auflagen verstößt – es müssen schwere Verstöße vorliegen. Laut Infektionsschutzgesetz kommt eine sogenannte "Absonderung" als letztes Mittel in Betracht. Das heißt, jemand muss sich erkennbar weigern, Auflagen einzuhalten, Verstöße müssen nachgewiesen und eine sogenannte Gefährderansprache durch die Polizei erfolglos geblieben sein. Über eine vom Gesundheitsamt verfügte Unterbringung muss zusätzlich ein Gericht entscheiden.

Wer sich gut verhält, soll auch vor Quarantäne-Ende wieder nach Hause können

Wie viele Quarantäneverweigerer im Land es gibt, ist nicht bekannt. Er gehe davon aus, dass Betroffene die letzten Tage ihrer 10- oder 14-tägigen Quarantäne in der nach außen abgeschlossenen Einrichtung verbringen werden, sagt Sönke E. Schulz, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des schleswig-holsteinischen Landkreistags.

Der Jurist hofft, dass der Corona-Knast Einsicht bringt bei Quarantäne-Verweigerern – die Einsicht, dass eine Quarantäne in den eigenen vier Wänden doch angenehmer gewesen wäre als in einer Gefängniszelle. "Wenn die Person glaubhaft versichern kann, dass sie sich jetzt zukünftig an die Anordnung hält, [...] wird man auch ermöglichen können, dass die Person nach Hause zurückkehren kann", meint er.

21.01.2021, Schleswig-Holstein, Neumünster: Sönke E. Schulz, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des schleswig-holsteinischen Landkreistags, steht in einen Zellenraum in einem Flügel der Jugendarrestanstalt Moltsfelde. In diesem und fünf weiteren Rä
Schleswig-Holstein hofft auf Abschreckung und Einsicht - wer sich gut verhält, soll auch vor Quarantäne-Ende wieder nach Hause, so Sönke E. Schulz.
© dpa, Christian Charisius, chc dul

Polizei- und Justizbeamte passen auf die Quarantäne-Verweigerer auf

Der Kreis Segeberg wird die Unterkunft betreiben und den anderen Kreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung stellen. 12 bis 15 Mitarbeiter werden über Honorarverträge beschäftigt. Freiwillig gemeldet hatten sich außerdem mehr als 30 ehemalige Polizei- und Justizvollzugsbeamte.

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