Gibt es eine Chance auf Neuanfang?Unter Tränen abgegeben! Krümel ist das erste Pferd des Jahres in der Pferdeklappe Norderbrarup

Krümel sucht in der Pferdeklappe Norderbrarup ein neues Zuhause.
Krümel wurde in der Pferdeklappe Norderbrarup aufgenommen, um ein neues Zuhause zu finden.
RTL Nord
von Franziska Starck und Alexa von der Recke

„Es gibt manchmal Situationen im Leben eines Menschen, da kann man einfach nicht mehr”
Für Pferd Krümel beginnt das neue Jahr mit einem schweren Einschnitt: Er ist das erste Tier, das 2026 in der Pferdeklappe Norderbrarup abgegeben wird. Einem Ort, an dem Tiere Zuflucht finden, wenn ihre Menschen keinen Ausweg mehr sehen.

Ein Neustart mit Tränen

Bei Petra Teegen und ihrer Pferdeklappe findet Krümel ein vorübergehendes Zuhause. Am 4. Januar bringt seine Besitzerin den 18-jährige Oldenburger Wallach nach Norderbrarup. Ein schwerer Schritt für beide Seiten: „Krümel kam hier an so wie jemand, der eigentlich in den Urlaub fährt. Er hatte kein nasses Haar. Sehr gepflegt. Sehr ordentlich. Mit einer Besitzerin, die fürchterlich zum Abschied geweint hat. Aber die will das Beste für ihn“, erzählt die 72-jährige Gründerin Petra Teegen im Gespräch mit RTL.

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Zwischen Traurigkeit und Hoffnung

Für Petra Teegen ist jede Neuaufnahme ein Moment voller Gegensätze: traurig und schön zugleich. „Wir kriegen die Pferde gebracht von Leuten, die man trösten muss. Und die Pferde werden abgeholt und die Leute stehen da und strahlen“, sagt sie. Dieses Strahlen wünscht sie sich auch für Krümel. Und tatsächlich: Der Dunkelfuchs braucht nicht lange, um Herzen zu gewinnen. Nur wenige Stunden nachdem Krümel zur Vermittlung angeboten wird, findet sich bereits jemand, der ihm ein neues Zuhause schenken möchte.

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Ein Ort der Hilfe – und seine Grenzen

Dass es für Krümel so schnell geht, ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Pferde bleiben monatelang auf Petras Hof, bevor sie vermittelt werden. Dauerhaft bleiben darf jedoch keiner ihrer Schützlinge. Denn die vierbeinigen Gäste kosten viel Geld: Rund 42.000 Euro monatlich werden benötigt, um Futter, Pflege und Unterkunft zu sichern. Das finanziert Petra Teegen über Spenden. Doch Geld ist nicht die einzige Herausforderung: „Wir brauchen dringend mehr Land“, erklärt Petra Teegen. „Wir haben schon annonciert und gesucht, damit wir auch ältere Pferde aufnehmen können. Die Platznot ist ganz, ganz schlimm.“

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche