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Pussy Riot-Aktivistinnen gelten nun als "ausländische Agentinnen"

Russisches Justizministerium bringt Liste heraus

Diese Musikerinnen gelten nun als "ausländische Agentinnen"

Nadeschda Tolokonnikowa und Veronika Nikulschina von Pussy Riot
Veronika Nikulschina (links) und Nadeschda Tolokonnikowa wurden vom russischen Justizministerium als "ausländische Agentinnen" eingestuft.
Twitter/pussyrrriot

Pussy Riot: Russische Aktivistinnen gelten jetzt als "ausländische Agentinnen"

Russland hat zwei Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot als „ausländische Agentinnen“ eingestuft. Nadeschda Tolokonnikowa und Veronika Nikulschina wurden am Donnerstag neu auf die Liste des russischen Justizministeriums gesetzt. Das Ministerium listete in einer Mitteilung insgesamt acht Namen auf.

Auch Satiriker und Journalistin auf Liste gesetzt

„Diese Personen verbreiten systematisch Material an einen unbestimmten Personenkreis und erhalten dabei Mittel aus dem Ausland“, hieß es zur Begründung. Auch der kremlkritische Satiriker Viktor Schenderowitsch hat es auf die Liste geschafft.

In Russland werden etliche Nichtregierungsorganisationen und Medien als „ausländischer Agent“ eingestuft. Die Betroffenen kritisieren dies immer wieder als Stigmatisierung kritisieren. Staatschef Wladimir Putin hatte erst vor einer Woche das Vorgehen verteidigt: Russland wolle Klarheit, wer vom Ausland Geld erhalte und im Interesse eines anderen Landes arbeite.

Wer den Kreml kritisiert, landet oft auf Auslandsagent-Liste

Erst am Dienstag hatte die russische Justiz die internationale Menschenrechtsorganisation Memorial aufgelöst . Memorial hat sich seit mehr als 30 Jahren international einen Namen mit der Aufarbeitung der kommunistischen Gewaltherrschaft in der Sowjetunion gemacht. Das Urteil, das nach öffentlicher Kritik an Memorial von Kremlchef Wladimir Putin nicht überraschend kam, löste breites Entsetzen aus - auch in Deutschland. Die Organisation war zuvor mehrfach zu Geldstrafen verurteilt worden, weil sie sich selbst nicht als „ausländischer Agent“ bezeichnet.

Derzeit stehen 111 Personen und Organisationen auf der vor allem im Westen kritisierten Liste. 94 seien allein in diesem Jahr dort neu aufgeführt worden, berichtete das unabhängige Portal Meduza. (dpa/kra)