Prozessauftakt in Nürnberg

"Drachenlord" räumt Vorwürfe ein und wird aus Wohnort wegziehen

21. Oktober 2021 - 12:22 Uhr

Entgeht der Youtuber einer Gefängnisstrafe?

Ist der Zoff um den "Drachenlord" bald vorbei? Zum Prozessauftakt in Nürnberg hat der wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagte Youtuber die Vorwürfe gegen ihn in großen Teilen eingeräumt. Es treffe zu, dass er einen Mann vor seinem Haus mit einer Taschenlampe geschlagen und an der Stirn verletzt habe, sagte der 32-Jährige am Donnerstag im Prozess in Nürnberg. Einen anderen habe er in den Schwitzkasten genommen und geschlagen. Entgeht er damit einer Gefängnisstrafe?

Zoff terrorisiert ein ganzes Dorf

Der provokant auftretende Videoblogger streitet sich seit Jahren mit seinen Gegnern, die sich Hater nennen - und das nicht nur im Internet. Regelmäßig tauchen diese vor seinem Haus in dem mittelfränkischen Dorf Altschauerberg auf. Der Youtuber und seine Hater provozieren sich dann oft gegenseitig. Die Polizei muss eigenen Angaben nach deshalb mehrmals täglich ausrücken.

Sein Verteidiger kündigte im Prozess an, dass sein Mandant inzwischen sein Haus inzwischen verkauft und aus Altschauerberg wegziehen werde. Er plane außerdem, künftig anders im Internet aufzutreten. Die Staatsanwältin lehnte es trotzdem ab, sich bei Prozessauftakt mit der Verteidigung auf eine Bewährungsstrafe im Fall eines Geständnisses zu einigen.

Am ersten Verhandlungstag sollten mehrere Zeugen aussagen. Ein Urteil wird für den 28. Oktober erwartet. Es ist bereits das zweite Mal, dass sich der Youtuber wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten muss. Im September 2019 wurde er zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten verurteilt. (mst/dpa)