Der britische Royal räumt Fehler ein

Prinz Andrew bereut, sich nicht bei den Epstein-Opfern entschuldigt zu haben

Prinz Andrew ist in den Epstein-Skandal verwickelt.
© dpa, David Parker, sab tba sab

15. Juni 2020 - 13:35 Uhr

Umstrittenes TV-Interview ist für Prinz Andrew eine „Quelle des Bedauerns“

Prinz Andrew soll erstmals zugegeben haben, dass sein umstrittenes BBC-Interview, in dem er seine Unschuld im Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein beweisen wollte, für ihn rückblickend eine "Quelle des Bedauerns" sei. Eine Zusammenarbeit mit den US-Behörden käme für den 60-Jährigen aber trotzdem nur unter eine Bedingung in Frage.

Prinz Andrew war nicht in der Lage, Sympathie für die Opfer zu vermitteln

Das ging so richtig nach hinten los. Weil er durch seine Freundschaft mit dem pädophilen Milliardär Jeffrey Epstein selber in die Schusslinie der Ermittlungen geraten ist, hielt es Prinz Andrew für eine gute Idee, der BBC ein Interview zu seiner Rolle im Skandal um Sex mit Minderjährigen zu geben. Dabei verstrickte sich der zweitälteste Sohn der Queen nicht nur in Widersprüche, er machte auch auf menschlicher Ebene keine gute Figur.

Letzteres soll Prinz Andrew nach Aussage eines Palast-Insiders nun bereuen. "Ich denke nicht, dass er die Intention hinter dem Interview bereut, aber dafür die Tatsache, dass er nicht in der Lage war, seine Sympathie für Epsteins Opfer angemessen und ausreichend zu vermitteln", berichtet die Quelle der britischen "The Times" gegenüber.  Prinz Andrew betrachte es heute als Fehler, sich nicht bei den Missbrauchsopfern entschuldigt zu haben.

Das Interview selber hält der Lieblingssohn von Königin Elisabeth II. trotz aller öffentlichen Kritik daran aber angeblich immer noch für eine gute Idee. Immerhin sei es darum gegangen, die königliche Familie aus der Schusslinie zu bringen.

"Prince and perv": Prince Andrew und der pädophile Milliardär Jeffrey Epstein beim Spaziergang.
"Prince and perv": Prince Andrew und der pädophile Milliardär Jeffrey Epstein beim Spaziergang.
© NY Post / Splash News

Prinz Andrew wartete auf ein Friedensangebot der US-Justizbehörde

Laut des Insiders schließe Prinz Andrew eine Zusammenarbeit mit den US-Behörden auch weiterhin aus. Es sei denn, ihm würde der metaphorische "Olivenzweig" gereicht.  Er erwarte von den Ermittlern, dass sie wieder Vertrauen aufbauen. Er habe den US-Justizbehörden drei Mal seine Unterstützung angeboten, so Prinz Andrews Anwälte. Diese hätten ihre eigenen Regel der Verschwiegenheit aber mehrfach gebrochen und vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit gegeben. 

Das amerikanischen "Department of Justice" sieht das laut "The Times" etwas anders. Geoffrey Berman, der Chefermittler in New York, kontert: "Prinz Andrew hat sich wieder einmal fälschlicherweise in der Öffentlichkeit als willig und bereit dargestellt, die Ermittlungen zu unterstützen. Dabei hat er uns kein einziges Interview gegeben, wiederholt eine Anfrage für ein solches Interview abgelehnt und sehr deutlich gemacht, dass er nicht bereit sei, zu einem solchen Interview zu kommen."

Im Video: Der Epstein-Skandal und Prinz Andrews Rolle darin