Plastikverpackungen bei Obst und Gemüse: So kann man Müll vermeiden

20. Januar 2019 - 11:34 Uhr

Plastikverpackungen bei Obst und Gemüse sollen Hygiene gewährleisten

Wer Obst und Gemüse hauptsächlich im Supermarkt oder Discounter kauft, kommt um Plastikverpackungen meist nicht herum. Ob Gurken, Cocktailtomaten, Äpfel oder Kopfsalat: Die meisten Obst- und Gemüsesorten sind in Kunststoff verschweißt. Dabei haben viele der Früchte eine natürliche Verpackung, nämlich die Schale. Daher stellt sich die Frage: Muss das sein? Reporterin Julia Ebeling ist dem nachgegangen und erklärt, welchen Sinn die Plastikverpackungen haben und welche Alternativen es gibt.

Julias Auftrag lautet: Zutaten für einen leckeren Salat und ein bisschen Obst für eine vierköpfige Familie im Supermarkt kaufen. Bevor es ans Schnibbeln geht, muss unsere Reporterin all das aber erst einmal auspacken, denn "eigentlich alles war in Plastik vorverpackt". Und das ist kein Einzelfall: In Supermärkten und Discountern werden aktuell 60 Prozent des Obstes und 66 Prozent des Gemüses in Plastik oder Kunststoff gehüllt angeboten. Bundesweit verursacht das ganze 90.000 Tonnen Plastikmüll im Jahr. Das Problem daran: Das meiste davon landet in der Natur. Tiere sterben qualvoll daran, weil sie den Abfall für Nahrung halten.

Kaufen Sie Obst und Gemüse nach Möglichkeit auf dem Wochenmarkt

Daher ist ein Umdenken nötig, so Katharina Istel vom Naturschutzbund Deutschland: "Wir fordern vom Handel, dass langfristig Kunden mit eigenen Beuteln oder Gefäßen einkaufen können und ganz auf Einweglösungen verzichten können." Die Händler halten dagegen und argumentieren mit mangelnder Hygiene. Nur durch Plastikfolien und -verpackungen werde gewährleistet, dass die Produkte von so wenigen Menschen wie möglich berührt und damit mit Keimen belastet werden. "Sie halten die Produkte frisch, sie schützen die Produkte auch. Zum Beispiel vor Druckstellen, weil Druckstellen der Anfang von Fäulnis sind und sind daher auch vor dem Hintergrund der Lebensmittelsicherheit nicht zu unterschätzen", erklärt Christian Böttcher vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels.

Wie gut, dass wir die Wahl haben: Wer Müll vermeiden möchte, sollte auf dem Wochenmarkt einkaufen. Da hat der ein oder andere Apfel vielleicht eine Delle, dafür aber können Sie die Ware anfassen und guten Gewissens in den Einkaufskorb packen.