Peinliche Planungspanne von Effenberg?

Drittligist Uerdingen muss Trainingslager verlassen

KFC Uerdingen-Manager Effenberg steht nach dem ins Wasser gefallenen Trainingslager heftig in der Kritik
© dpa, Guido Kirchner, gki gfh lop

14. Januar 2020 - 23:28 Uhr

KFC Uerdingen flieht aus der Toskana

Drittligist KFC Uerdingen hat sein Wintertrainingslager in Italien schon nach zwei Tagen beendet – der Grund waren miserable Platzverhältnisse. Vereinsmanager Stefan Effenberg steht aufgrund der Wahl des Hotels heftig in der Kritik.

Golf-Resort statt Fußballplatz

Die Kritik an der Planung begann schon bei der Auswahl des Hotels. Der KFC flog anders als die meisten Drittligaclubs nicht in die Türkei oder nach Portugal, sondern bezog stattdessen das "Il Pelagone Hotel" in der Toskana - ein Golf-Resort ohne eigenen Fußballplatz. Zum Training mussten die Spieler inklusive Betreuerstab sechs Kilometer weit ins "Stadio Comunale Romeo Malservisi" fahren.

Auch das Wetter spielte nicht mit – Dauerregen und Eiseskälte führten dazu, dass der vorgesehene Trainingsplatz nicht bespielbar war. In Ermangelung anderer Möglichkeiten musste das Trainingslager nach lediglich zwei Tagen abgebrochen werden, es wird nun unweit von Krefeld in Venlo (Niederlande) fortgesetzt.

Effenberg wählte Hotel aus

Für die Hotelbuchung war laut der "Rheinischen Post" Effenberg, der seit Oktober 2019 als Manager des Clubs fungiert, zuständig. Auf die Anlage soll er durch einen Bekannten aufmerksam gemacht worden seien. Dieser hatte das Resort 2018 übernommen. Ziel sei es gewesen, neben Golfern auch Fußballvereine zu einem Besuch zu bewegen. Dass man keinen eigenen Trainingsplatz hat, störte bei diesem Vorhaben anscheinend nicht. Es ist unklar, ob Effenberg sich überhaupt genauer über das Hotel informiert hat.

Zweites Fiasko in zwei Jahren

Schon im vergangenen Jahr hatte es beim KFC Uerdingen Probleme im Trainingslager gegeben. Zwar waren die Rahmenbedingungen in der Türkei damals blendend, abseits des Platzes sollen dafür einige Spieler über die Stränge geschlagen haben. Als Konsequenz mussten damals Kapitän Christopher Schorch und Tanju Öztürk ihren Hut nehmen.