Wasser hinter dem Trommelfell?

Paukenerguss: Eine der häufigsten Baby-Krankheiten

Beim Paukenerguss läuft Wasser hinter das Trommelfell in den zarten Babyohren. So erkennen und behandeln Sie die häufige Kinderkrankheit.
Beim Paukenerguss läuft Wasser hinter das Trommelfell in den zarten Babyohren. So erkennen und behandeln Sie die häufige Kinderkrankheit.
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23. September 2020 - 15:15 Uhr

Paukenerguss: Häufige aber oft übersehene Kinderkrankheit

Der Paukenerguss zählt zu den häufigsten Krankheiten bei Kindern. Rund die Hälfte aller Kinder ist mindestens einmal während des ersten Lebensjahrs davon betroffen. Dennoch ist dieses Leiden bei vielen Eltern trotz der Häufigkeit vollkommen unbekannt. Das liegt daran, dass es insbesondere bei Babys häufig unerkannt bleibt und von alleine wieder verschwindet. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass durch den Paukenerguss beim Baby ernsthafte Komplikationen entstehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, auf die Symptome zu achten und falls notwendig einen Arzt aufzusuchen. Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt kann zuverlässig feststellen, ob ein Paukenerguss vorliegt.

Paukenerguss: Krankheitsbild und Symptome

Ein Paukenerguss liegt vor, wenn sich eine Flüssigkeit im Raum hinter dem Trommelfell – der sogenannten Paukenhöhle – ansammelt und nicht abfließen kann. Der Paukenerguss ist vollkommen schmerzfrei. Er macht sich dadurch bemerkbar, dass die Kinder schlecht hören. Manchmal haben sie auch Schwindelgefühle. Bei einem Baby ist ein Paukenerguss sehr schwer zu erkennen, da sich die kleinen Patienten über diese Symptome nicht beschweren. Eltern sollten daher genau darauf achten, wie das Baby auf Geräusche reagiert. Wenn es auf die Türklingel, das Telefon oder andere laute Geräusche keine Reaktion zeigt, sollten Sie das Problem mit einem Arzt besprechen.

Ursachen für den Paukenerguss

Zwischen dem Mittelohr und dem Nasenrachenraum besteht eine dünne Verbindung, die Tube genannt wird. Diese sorgt für den Druckausgleich und die notwendige Belüftung. Wenn dieser Kanal verstopft, kommt es zu einem sogenannten Tubenkatarrh. Ein Verschluss dieses Kanals ist aufgrund des geringen Durchmessers insbesondere bei Kleinkindern recht häufig.

Darüber hinaus zählen Atemwegsinfekte und die damit zusammenhängende erhöhte Schleimproduktion zu den Ursachen. Auch eine Entzündung der Rachenmandeln kann diesen Kanal beeinflussen. Durch den Tubenkatarrh entsteht im Mittelohr ein Unterdruck. Wenn dieser über einen längeren Zeitraum hinweg erhalten bleibt, führt er dazu, dass das Gewebe Flüssigkeit ausscheidet. Auf diese Weise entsteht der Paukenerguss.

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Möglichkeiten für die Behandlung

Für die Behandlung des Paukenergusses gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Sie richtet sich stets nach der Schwere der Erkrankung und der Ursache des Verschlusses. Bei einem akuten Paukenerguss verschreiben die Ärzte meist abschwellende Nasentropfen. Das führt häufig dazu, dass die Tube wieder frei wird. Auch ein Antibiotikum kann hilfreich sein.

Es gibt auch mechanische Verfahren, die als Tubensprengung bezeichnet werden. Diese finden in der Regel jedoch nur bei größeren Kindern Anwendung. Wenn all diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, ist eine ambulante Operation notwendig. Dabei setzt der Arzt ein kleines Röhrchen ins Trommelfell ein, um den Druckausgleich zu ermöglichen.

Mögliche bleibende Schäden und vorbeugende Maßnahmen

Wenn der Paukenerguss nicht von alleine zurückgeht und nicht behandelt wird, kann das schwere Folgen haben. Die Kinder leiden unter einer stark verminderten Hörfähigkeit, die in einigen Fällen lebenslang erhalten bleibt. Das hemmt auch die Entwicklung stark. Kinder, die nicht richtig hören, bekommen Sprachprobleme und auch die sozialen Kontakte leiden darunter.

Die wichtigste Vorbeugemaßnahme für den Paukenerguss besteht darin, Atemwegsinfekte zu vermeiden oder aber gut auszuheilen. Dazu können Bewegung an der frischen Luft und eine gesunde Ernährung beitragen. Außerdem haben Untersuchungen ergeben, dass Kinder, die mit Zigarettenrauch in Kontakt kommen, besonders häufig unter dieser Krankheit leiden. Daher ist dies stets zu vermeiden.