Darum sind sie jetzt überall

Frühlingsgefühle im Herbst: Spinnen sind jetzt scharf auf Sex

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20. September 2019 - 15:05 Uhr

Männchen suchen nach heißen Dates

Der Herbst ist da – und auf einmal scheint es in unseren Wohnungen und Häusern nur so vor achtbeinigen Mitbewohnern zu wimmeln. Doch es ist nicht etwa so, dass die Spinnen alle von draußen kommen und sich jetzt ein warmes Plätzchen suchen. Nein, die meisten von ihnen waren schon das ganze Jahr über da und rennen jetzt ganz wuschig aus ihren Verstecken. Denn für sie heißt es jetzt: Sexy Time!

Spinnenmänner warten das ganze Jahr auf ihren Moment

Die Paarungszeit lässt die scheuen Tiere alle Hemmungen verlieren. Insektenkundler Richard Jones erklärt im Interview mit dem britischen Sender BBC Radio 1 Newsbeat: "Die, die ihnen einen Schreck einjagen, indem sie quer über den Teppich direkt vor ihnen rennen, sind meistens Männchen, die auf romantischer Mission sind." Der Spinnenmann sei wahrscheinlich im Frühling geboren worden, habe sich das ganze Jahr über in einer dunklen Ecke versteckt und dort auf den Moment gewartet, seiner unbändigen Lust endlich folgen zu können. "Sie sind mobiler als die eher sesshaften Weibchen, deshalb sehen wir sie jetzt gerade so oft."

Spinnensex: Fummelige Angelegenheit

Das Liebesspiel von Spinnen ist übrigens im wahrsten Sinne ein Ringelpietz mit Anfassen: Die Geschlechtsorgane sitzen zwar hinten am Körper, das Männchen besitzt aber keinen Penis im eigentlichen Sinne, sondern verdickte Taster am Kopf, die sogenannten Palpen. Darin saugt es seine Samenflüssigkeit auf, um dann ein williges Weibchen zu finden und sie diesem weiterzugeben. Das Weibchen legt daraufhin seine Eier und befruchtet sie mit dem gespeicherten Spermatropfen. Die meisten Spinnenmännchen sterben übrigens direkt nach dem Akt – wenn sie nicht vorher vom Weibchen verspeist werden.

In alten Häusern hocken Tausende der Tiere

Ob wir das Balzspielchen der Achtbeiner mitbekommen oder nicht – garantiert hat jeder von uns eine Menge Spinnen im Haus, die nur darauf warten, eine heiße Nummer unter dem Sofa oder hinterm Küchenschrank zu schieben. "Ich denke, auch das kleinste, sauberste Haus hat gute 20 bis 40 Spinnen", stellt Jones klar. In Altbauten sieht es dem Insekten-Experten zufolge noch schlimmer für Menschen mit einer Spinnenphobie aus, denn dort verstecken sich vielleicht sogar Tausende: "Bei all den kleinen Rissen und Vertiefungen und Höhlen, in denen sich etwas verkriechen kann, wäre ich nicht überrascht, wenn man insgesamt eine vierstellige Anzahl finden würde."

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