Historische Sturmflut an der Ostsee - Alle Entwicklungen im Live-TickerKatastrophenschutz rechnet mit Hochwasser-Schaden in Millionenhöhe

An der deutschen Ostseeküste tobt eine Sturmflut, die die schlimmste seit 120 Jahren werden könnte.
In Dänemark mussten bereits Anwohner und Urlauber die Küstengebiete im Süden und Osten wegen des Hochwassers und Sturms verlassen. Zu groß die Gefahr für Leib und Leben. Drohen auch in Deutschland Evakuierungen? Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker.
In unserem Video sehen Sie, welche Schäden die Flut bereits in Deutschland angerichtet hat.

Sturmflut an der Ostsee - Live-Ticker

Key updates
Lea Haberbosch

Unwetter auch am Donnerstag möglich

Für Donnerstag (5. Juni) erwartet der DWD im Nordwesten Deutschlands Schauer mit kurzen Gewittern und Starkregen. Auch kleinkörniger Hagel und stürmische Böen seien möglich. Im Laufe des Nachmittags soll es kräftigere Gewitter und - von der Mitte bis in den Osten Deutschlands - lokal auch Starkregen mit 20 Litern pro Quadratmeter geben. Auch vereinzelte Unwetter mit Hagelkörnern mit einer Größe von etwa zwei Zentimetern sind laut DWD nicht auszuschließen. 
Lea Haberbosch

Rund 200 Unwetter-Einsätze in Bayern 

Teile Bayerns sind am Mittwoch von schweren Unwettern getroffen worden, doch der große Schaden blieb aus. Die Prognose des Deutschen Wetterdiensts (DWD) sei im Kern richtig gewesen, sagte ein Sprecher. Es sei jedoch schwierig vorherzusagen, welchen Einfluss Unwetter auf Bahnstrecken, Häuser oder Autos haben können.
Aufgrund der zum Teil heftigen Gewitter sind Polizei und Feuerwehr zu rund 200 Einsätzen ausgerückt. Nach Angaben der Polizeipräsidien waren die Kräfte dabei vor allem wegen umgeknickter Bäume und vollgelaufener Keller im Einsatz. Betroffen waren demnach das nördliche Oberbayern, Niederbayern, die Oberpfalz und Schwaben.
In Langquaid im niederbayerischen Landkreis Kelheim wurden laut vorläufigen Angaben des DWD Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde gemessen. Am stärksten regnete es den vorläufigen Daten zufolge in Zwiesel im niederbayerischen Landkreis Regen und in Regensburg in der Oberpfalz mit jeweils etwa 26 Litern pro Quadratmeter. In der oberbayerischen Gemeinde Schöngeising fielen zudem die laut den vorläufigen Daten größten Hagelkörner: Dort ging dem DWD-Experten zufolge Hagel mit Durchmessern von etwa sieben Zentimetern nieder.
Der Deutsche Wetterdienst hatte für Mittwoch vor teils schweren Gewittern in weiten Teilen Bayerns gewarnt: mit extrem großen Hagel mit Durchmessern von über acht Zentimetern sowie von Orkanböen über 120 Kilometern pro Stunde und unwetterartigem Regen von 25 bis 40 Litern pro Quadratmeter. 
Lea Haberbosch

Schauer und Gewitter! Es bleibt nass in NRW

Regen, Wolken, Gewitter: Das Wetter sorgt in Nordrhein-Westfalen für einen eher ungemütlichen Rest der Woche. Für Donnerstag erwarten die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) zahlreiche Schauer sowie einen wechselnd bis stark bewölkten Himmel. Auch einzelne Gewitter schließen sie vor allem im Norden und Osten nicht aus. Im Flachland liegen die Höchsttemperaturen demnach zwischen 18 und 21 Grad. 
Auch von Freitag bis Sonntag hängen viele Wolken am Himmel und bringen viel Regen mit. Zudem seien an allen drei Tagen einzelne Gewitter mit stürmischen Böen möglich. Während die Temperaturen laut DWD am Freitag und am Samstag maximal 18 bis 21 Grad erreichen, liegen die Höchsttemperaturen am Sonntag zwischen 15 und 18 Grad.  
Lea Haberbosch

Viele Schauer in Hessen erwartet 

Für den Rest der Woche bleibt es nass in Hessen. Aus einem wechselnd bis stark bewölkten Himmel falle heute immer wieder Regen, teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. In der Nordhälfte des Bundeslandes seien einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen, teils begleitet von stürmischen Böen. Am wärmsten wird es demnach mit bis zu 21 bis 22 Grad entlang von Rhein und Main.
Ähnlich geht es laut DWD auch von Freitag bis Sonntag weiter - wechselnd bis stark bewölkt und mit vielen Schauern. Auch Blitz und Donner sowie stürmische Böen seien nicht ausgeschlossen. Die Höchsttemperaturen liegen der Vorhersage zufolge am Freitag und am Samstag zwischen 19 und 22 Grad, gefolgt von höchstens 17 bis 20 Grad am Sonntag. 

Folgen der Ostsee-Sturmflut: Schleswig-Holstein wohl schlimmer dran als Mecklenburg-Vorpommern

20.10.2023, Schleswig-Holstein, Kiel: Die Strasse vor den Cafes und GEschäften am Tiessenkai im Kiler Stadteil Holtenau ist vollständig von der Ostssee überflutet. In der Kieler und Lübecker Bucht wird nach der Vorhersage des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) eine schwere Sturmflut erwartet. In der Flensburger Förde können Wasserstände bis 2,0 m über dem mittleren Wasserstand erreicht werden, bei Rügen bis zu 1,30 m über dem mittleren Wasserstand. Foto: Axel Heimken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Straße vor den Cafés und Geschäften am Tiessenkai im Kieler Stadteil Holtenau ist vollständig von der Ostsee überflutet.
hei axs, dpa, Axel Heimken

An der Ostseeküste sind wegen der Sturmflut die ersten Straßen und Uferbereiche vom Hochwasser überschwemmt worden. So standen am Freitagmorgen sowohl in Wismar als auch in Kiel und Flensburg bereits zahlreiche Straßen unter Wasser.

Die schleswig-holsteinische Küste wird mit besonderer Wucht von der Sturmflut getroffen, in Mecklenburg-Vorpommern dürfte die Sturmflut glimpflicher ausfallen. In der Kieler Bucht drohen von Eckernförde bis Flensburg Wasserstände, wie sie zuletzt am 31. Dezember 1904 gemessen wurden.

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Im Video: RTL-Reporterin Anna Hohns berichtet über die Hochwasserlage in Flensburg

Dänemark: Küstenbewohner sollen Häuser wegen Sturmflut verlassen

20.10.2023, Schleswig-Holstein, Kiel: Ostseewellen überfluten die am Strand in Schilksee aufgestellten Strandkörbe. In der Kieler und Lübecker Bucht wird nach der Vorhersage des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) eine schwere Sturmflut erwartet. In der Flensburger Förde können Wasserstände bis 2,0 m über dem mittleren Wasserstand erreicht werden, bei Rügen bis zu 1,30 m über dem mittleren Wasserstand. Foto: Axel Heimken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wenn das Wasser mit Gewalt auf die Küste trifft, können Steilufer abbrechen und der Sandstrand weggespült werden.
hei axs, dpa, Axel Heimken

Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt, der auch für den Küstenschutz zuständig ist, rief die Küstenanwohner zur Vorsicht auf: „Ich appelliere auch an alle an der Ostseeküste lebenden Menschen, sich gut zu informieren und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.“ Durch die Sturmflut könnten beispielsweise Strandwälle wie an der Schleimündung überflutet werden und Steilufer abbrechen.

Eine sehr viel deutlichere Warnung gab die dänische Polizei heraus. Sie forderte Anwohner und Urlauber im Süden und im Osten Dänemarks auf, spätestens am Freitagmorgen das Küstengebiet zu verlassen. Betroffen sind auch diese bei deutschen Urlaubern beliebten Sommerhaus-Gegenden:

  • an den Südküsten der Inseln Lolland, Falster und Fünen

  • in den Förden von Haderslev, Aabenraa und Flensburg

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Sturmflut und Sturm: Wie schlimm wird es noch?

Die Grafik zeigt die erwarteten Wasserstände für die Ostsee am 20. Oktober 2023.
Das sind die erwarteten Wasserstände an der Ostseeküste.
wetter.de

Der Höhepunkt der Sturmflut soll in der Nacht zu Samstag um Mitternacht herum erreicht werden. Dann könnten die Wasserstände in der Spitze Höchststände bis zu oder sogar über zwei Meter über dem mittleren Wasserstand erreichen. Nach der Einteilung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) wäre das eine „sehr schwere Sturmflut“.

Ab Mitternacht gehen die Wasserstände mit nachlassendem Wind zurück. Das BSH warnt vor der Gefahrenlage für die gesamte Küste aber noch bis Samstagvormittag. Gegen Samstagmittag geht das Wasser voraussichtlich unter die Sturmflut-Marke zurück. Dann wird es um die Sichtung der Schäden und das Aufräumen gehen.

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Aktuelle Windkarte für Deutschland

Zusammenfassung zur extremen Sturm und Sturmflutlage im Norden

So stark wird der am Freitag
Krasser Ostwind: An den Küsten sind orkanartige Böen möglich, auf der Nordsee Orkanböen.
wetter.de
  • Wasserstände steigen weiter

  • Höhepunkt der Flut in der Nacht auf Samstag

  • historische Wasserstände werden erwartet

  • Entwarnung voraussichtlich Samstagmittag

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(ctr mit dpa)