11. Januar 2019 - 13:09 Uhr

Teenager wachte nach diagnostiziertem Hirntod wieder auf

Der Fall Trenton McKinley aus Alabama berührte Herzen aus aller Welt. Der 13-Jährige lag im Koma und galt als hirntot. Ärzte hatten keine Hoffnung mehr für ihn. Trentons Eltern hatten bereits zugestimmt, die Organe ihres Sohnes zu spenden. Dann das Wunder: Trenton zeigte wieder Lebenszeichen.​ Mittlerweile hat er das Krankenhaus sogar wieder verlassen. Viele fragen sich nun: Wann werden Organe eigentlich freigegeben?

Wann ist der Mensch tot?

Der Tod kann auf zwei verschiedene Arten eintreten: durch Hirntod oder Herzstillstand. Herztoten werden keine Organe entnommen. Beim Hirntod versagt die Durchblutung des Gehirns. Die weiteren Körperfunktionen können aber künstlich aufrechterhalten werden. Zwei Ärzte aus verschiedenen Krankenhäusern müssen unabhängig voneinander feststellen, dass der Patient hirntot ist. Dafür hat die Bundesärztekammer ein dreistufiges Verfahren festgelegt. Die genaue Diagnose ist wichtig, denn der Hirntod ist gleichzeitig die Voraussetzung dafür, dass der Patient als Organspender in Frage kommt. Nach den Richtlinien der Bundesärztekammer müssen für eine Hirntod-Diagnose folgende Bedingungen erfüllt sein:

1. Es muss eine akute Hirnschädigung vorliegen - beispielsweise durch einen Hirninfarkt, einen Tumor, schwere Verletzungen, eine Sauerstoffunterversorgung oder Entzündungen.

2. Das Erlöschen der Hirnfunktion darf nicht auf andere Ursachen zurückzuführen sein - wie etwa auf eine Vergiftung oder die dämpfende Wirkung von Medikamente.

3. Es müssen bestimmte klinische Symptome zu erkennen sein: lichtstarre Pupillen, Bewusstlosigkeit ohne Reaktion auf Schmerzreize (Koma) und ein Ausfall der Spontanatmung.

Die Unumkehrbarkeit des Hirntodes ist erst nachgewiesen, wenn ein zweiter Untersuchungsdurchgang nach einer Wartezeit von zwölf Stunden bis drei Tagen die gleichen Ergebnisse bringt. Alternativ können die Ärzte auch eine apparative Untersuchung als Ergänzung durchführen. Ein sogenanntes Null-Linien-Elektroenzephalogramm (EEG) muss über einen bestimmten Zeitraum die komplette elektrische Inaktivität des Gehirns belegen. Erst dann gilt der Patient offiziell als hirntot.

Oft nicht so eindeutig

Für viele Familienangehörige ist die Entscheidung, die lebenserhaltenden Maschinen abzuschalten, die schlimmste Erfahrung ihres Lebens. Denn der vermeintlich hirntote Patient liegt nach wie vor im Bett und wird beatmet. Sie sehen die Herzfrequenz und den Puls und vertrauen auf die Entscheidung der Ärzte. Die meisten Experten sprechen sich dafür aus, die Organe nach dem diagnostizierten Hirntod der Mediziner zu spenden.

Warum ein Organspendeausweis?

ARCHIV - Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Steffens (Grüne) hält am 24.05.2013 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) einen Organspendeausweis in der Hand. (zu dpa «Organspenderzahlen sinken auf niedrigsten Stand seit 20 Jahren" vom 13.01.2018)
Organspenden
© dpa, Caroline Seidel, bl fie soe lof

Organ- und Gewebespende ist gelebte Solidarität, so das Bundesgesundheitsministerium. Auch wenn die Auseinandersetzung mit Themen wie Krankheit und Tod für die meisten Überwindung kostet, ist eine Antwort auf die Frage, ob man Organe spenden möchte, wichtig. Denn für viele Menschen, die auf eine Organspende warten, entscheidet diese Frage über Leben und Tod. Fest steht: Jeder könnte durch einen Unfall oder eine Krankheit jederzeit in die Situation geraten, auf eine Organspende angewiesen zu sein.

Alles auf einen Blick

Die wichtigsten Fakten im Überblick finden Sie hier.

Wir haben sechs Gründe, warum ein Organspendeausweis sinnvoll ist, für Sie zusammengestellt.

Und hier gibt's den Organspendeausweis zum Download