2019 M02 10 - 12:40 Uhr

Deshalb verursacht die Organverschiebung Harndrang und Sodbrennen

Während einer Schwangerschaft verändert sich der Körper. Schwangere Frauen kennen die typischen Beschwerden: verstärkter Harndrang, Sodbrennen, Atemnot und einiges mehr. Einige dieser lästigen Nebeneffekte sind hormonell bedingt, andere aber auch physisch. Denn je größer das Baby wird, desto mehr Platz braucht es. Dann heißt es für die inneren Organe der Mutter: Aus dem Weg!

Ab der 27. SSW wird es eng im Bauch

Im ersten Trimester der Schwangerschaft, sprich vom ersten bis dritten Monat, gibt es noch keine nennenswerten physischen Veränderungen. Im zweiten Trimester geht die Organverdrängung schon langsam los, aber erst im dritten Trimester macht sie sich für die werdende Mutter so richtig bemerkbar. Dann ist das Baby so groß, dass es im Bauch eng wird. Ungefähr ab der 27. Schwangerschaftswoche müssen die Organe dem stetig wachsenden Kind Platz machen.

Blase: Woher kommt der häufige Harndrang?

Fast könnte man meinen, dass das Baby schon in einer sehr frühen Schwangerschaftsphase auf die Blase drückt. Auch wenn noch kein Babybauch sichtbar ist, fühlt sich die Blase schneller voll an als vorher. Das liegt anfangs aber vor allem am Hormon Progesteron (Gelbkörperhormon) und daran, dass die wachsende Gebärmutter gegen den Blasenschließmuskel drückt. Später drückt tatsächlich das Baby die Blase nach unten und löst den vermehrten Harndrang aus.

Ein alter Hebammen-Trick dazu: Beim Wasserlassen den Bauch - unabhängig davon, wie groß er ist - ein wenig anheben. So kann sich die Blase richtig entleeren.

Lunge & Herz: Was steckt hinter Atemnot und Herzrasen?

Die Lunge wird im dritten Trimester nach oben gedrängt, obwohl sie gerade in der Schwangerschaft so wichtig ist. Denn dann brauchen Frauen 20 bis 30 Prozent mehr Sauerstoff. Das Ergebnis sind Kurzatmigkeit und auch Herzklopfen. Obwohl das Herz der Mutter tief im Brustkorb geschützt ist und nicht verschoben wird, führt der Sauerstoffmangel dennoch zu Kreislaufbeschwerden. Spazieren oder Schwimmen gehen wirken dagegen. Bei Herzrasen einfach hinlegen - der Oberkörper sollte dabei leicht erhöht liegen.

Magen: Warum haben Schwangere oft Sodbrennen?

Der Magen hat die denkbar schlechteste Position. Er liegt am höchsten Punkt des Uterus und bekommt Druck von unten. Dadurch geht der Schließmuskel des Magens nach oben leichter auf und Magensäure steigt in die Speiseröhre. Es entsteht Sodbrennen. Zum Glück gibt es ein paar Hausmittel, die gegen das Sodbrennen in der Schwangerschaft helfen.

Ab der 34. Schwangerschaftswoche, wenn das Baby circa 200 Gramm pro Woche zunimmt, kann der Magen außerdem nur noch die Hälfte der gewohnten Menge aufnehmen.

Darm: Woher kommen Völlegefühl und Verstopfungen?

Auch die Lage des Darms verändert sich während der Schwangerschaft: Er wird von der Gebärmutter nach hinten bzw. nach oben gedrückt und eingeengt. Deshalb empfinden Schwangere oft ein Völlegefühl, auch ohne viel gegessen zu haben. Hinzu kommt ein weiteres, häufiges Übel: Verstopfung. Hieran trägt aber auch das Gelbkörperhormon eine Mitschuld, denn es macht den Darm träge und die Verdauung langsamer.

Während der Schwangerschaft gelten die gleichen Tipps gegen Verstopfung wie sonst auch: Viel Wasser trinken und auf ballaststoffreiche Ernährung achten. Welche Lebensmittel sich gut als natürliche Abführmittel eignen, lesen Sie hier.