Tierschützer sind verärgert

Polizist erschießt Schimpansen nach Attacke auf Frau

Tierschützer sind vom Angriff des Affen auf einen Menschen nicht überrascht.
Tierschützer sind vom Angriff des Affen auf einen Menschen nicht überrascht.
© Facebook/Buck Brogoitti Animal Rescue INC

23. Juni 2021 - 18:43 Uhr

Affe biss 50-Jährige in Rumpf, Arme und Beine

Ein Polizist hat im US-Bundesstaat Oregon einen Schimpansen erschossen, nachdem das Tier eine 50-jährige Frau angegriffen hatte. Die Frau erlitt mehrere Bisse an Rumpf, Armen und Beinen und kam ins Krankenhaus. Tierschützer kritisieren, dass der Affe überhaupt von der Familie in der Kleinstadt Pendleton gehalten werden durfte.

Oregon: Verletzte Frau war im Keller eingeschlossen

Nach Angaben von "Fox News" rief die 68-jährige Besitzerin des Schimpansen, Tamara Brogoitti, am Sonntagmorgen die Polizei. Der Affe sei aus seinem Käfig entkommen und habe ihre Tochter gebissen, berichtete sie. Die 50-jährige Tochter sei im Keller eingeschlossen und benötige medizinische Hilfe.

Schimpanse mit Schuss in den Kopf getötet

Schimpanse Buck Oregon
Der Schimpanse "Buck" hatte rund 17 Jahre bei Tamara Brogoitti gelebt.
© Facebook/Buck Brogoitti Animal Rescue INC

Als die Polizisten eintrafen, entdeckten sie den Schimpansen vor dem Haus. Um zur Tochter der Besitzerin vordringen und ihr helfen zu können, töteten sie den Affen mit einem Schuss in den Kopf. Nach Angaben der Polizei hatte Tamara Brogoitti dazu ihre Einwilligung gegeben.

Der Affe mit dem Namen "Buck" hatte rund 17 Jahre bei Brogoitti gelebt. Zwar ist es in Oregon seit 2010 illegal, Schimpansen zu besitzen – wer aber zuvor schon ein solches Tier besaß, durfte es behalten.

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Tierschützerin: Schimpansen-Attacke kommt nicht überraschend

"Angriffe von privat in Gefangenschaft gehaltenen Primaten sind keine Überraschung", erklärte Erika Fleury von der "North American Primate Sanctuary Alliance". Denn diese Tiere führen kein gesundes Leben, weil sie ihre natürlichen Triebe und Verhaltensweisen nicht ausleben können. Wenn Menschen einen Schimpansen oder sogar sehr kleinen Affen hielten, sei das schädlich für das Tier. "Und kann auch für den Menschen sehr schädlich sein", sagte die Tierschützerin laut einem Bericht von "Oregon Live".

Peta spricht von "tickender Zeitbombe"

Auch die Tierschutzorganisation Peta zeigte sich verärgert. "Peta hat die Behörden gewarnt, dass Tamara Brogoitti durch den direkten Kontakt mit einem gefährlichen Affen eine tickende Zeitbombe erschaffen hat. Jetzt ist das Tier tot und eine Frau verletzt worden, weil Brogoitti sich weigerte, dem Expertenrat zu folgen und den Affen abzugeben."

Spätestens seit einem Angriff auf eine Frau im Jahr 2009 sei klar gewesen, dass sich so etwas wiederholen werde – "solange Menschen Schimpansen wie Chihuahuas behandeln", erklärte Peta. (bst)

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