Junge war acht Tage verschwundenVermisster Joe (8) aus Oldenburg: Polizei schließt Fremdverschulden aus

Acht lange Tage fehlte jede Spur vom kleinen Joe aus Oldenburg: Fieberhaft suchten Einsatzkräfte nach dem geistig behinderten Achtjährigen, richteten sogar eine Mordkommission ein, die bei den Ermittlungen unterstützen sollte. Mit Erfolg: Die Beamten fanden Joe unter einem Gullydeckel in der Kanalisation – und auch die Umstände seines Verschwindens werden immer klarer: Nach neuestem Ermittlungsstand schließt die Polizei ein Fremdverschulden aus.
Joe soll beim Spielen in die Kanalisation gekrochen sein
Man kann sich nur vorstellen, wie groß die Erleichterung, aber auch die Überraschung bei den Einsatzkräften gewesen sein muss, als sie den achtjährigen Joe aus Oldenburg endlich fanden –unter einem Gullydeckel nur 300 Meter von seinem Zuhause entfernt.
Aber, wie war Joe in die Kanalisation gekommen? Dieser Frage ist auch die Polizei Oldenburg nachgegangen. Nach Auswertung aller Hinweise und Spuren gehen die Ermittler davon aus, dass der Junge beim Spielen in ein Ablaufrohr in der Nähe seines Elternhauses geklettert war. Das Betonrohr hat einen Durchmesser von 100 Zentimetern und dient eigentlich der Entwässerung des Kanalsystem in einen Straßengraben. Die Beamten glauben, dass Joe schon nach wenigen Metern die Orientierung in dem Kanalsystem verlor und den Ausgang nicht mehr finden konnte. Eine erste Aussage des Achtjährigen soll diese Vermutung bestätigen.
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Aus Sicht der Polizei ist davon auszugehen, dass Joe während seines achttägigen Verschwindens durchgängig in der Kanalisation war. Dass eine außenstehende Person am Verschwinden von Joe beteiligt war oder ihn in der Kanalisation eingesperrt hat, schließen die Ermittler laut einer Pressemitteilung aktuell aus.
Joe ist weiterhin im Krankenhaus
Als die Beamten Joe in der Kanalisation entdeckten, war der Junge komplett nackt, unterkühlt und dehydriert, aber ansonsten unverletzt. Sofort nach der Rettung begannen die Ermittler, die Kanalisation zu durchsuchen: Eine Fachfirma setzte Roboter ein, um das Kanalsystem zwischen Joes Elternhaus und dem Ort seiner Rettung nach Spuren abzusuchen. Tatsächlich konnten auf diese Weise sämtliche Kleidungsstücke des kleinen Jungen lokalisiert und geborgen werden.
Joe wird weiterhin im Krankenhaus behandelt. Die Ermittler konnten ihn bisher nicht eingehend dazu befragen, was dem kleinen Jungen in den acht Tagen seines Verschwindens passiert ist. Seine Familie ist jedoch einfach nur glücklich, ihn lebend wiedergefunden zu haben. (xas)





























