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Olaf Latzel: Umstrittener Bremer Pastor freigesprochen

Urteil wegen Volksverhetzung aufgehoben

Umstrittener Bremer Pastor freigesprochen

Der Bremer Pastor Olaf Latzel
Der Bremer Pastor Olaf Latzel steht wegen seiner Äußerungen in der Kritik (Archivbild). Foto: Sina Schuldt
deutsche presse agentur

Er hatte von „Genderdreck“ und „Verbrechern“ vom Christopher Street Day gesprochen: Der Bremer Pastor Olaf Latzel wurde nach seinen abwertenden Äußerungen über Homosexualität und Gendertheorien Ende November 2020 wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 8100 Euro verurteilt. Die Verteidigung war in Berufung gegangen – an diesem Freitag hob das Landgericht das Urteil auf und sprach Latzel von den Vorwürfen frei.

Positionen des Pastors gedeckt

Der Berufungsprozess lief seit Anfang Mai, die Verteidigung des 54-Jährigen hatte Freispruch gefordert. Das Argument: Die Religionsfreiheit sei verfassungsmäßig geschützt. Weiter hatte ein Gutachter die Wortwahl des Pastors als scharf und zugespitzt bezeichnet. Die Positionen des Pastors seien aber im Grundsatz von der Bibel gedeckt und keine abwegige Sondermeinung. Der Verteidiger von Latzel sprach im Berufungsprozess von einem „inhaltlich und rechtlich“ falschem Urteil. Der Pastor selbst sagte zudem, dass er „überhaupt nichts gegen Homosexuelle“ habe. Das Landgericht folgte mit seinem Urteil somit der Forderung der Verteidigung. Die Positionen des Pastors seien im Grundsatz von der Religions- und Meinungsfreiheit gedeckt. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Latzel sprach von "Angriff auf Gottes Schöpfungsordnung"

Ursprung war ein Seminar von 30 Ehepaaren im Oktober 2019 , bei dem Latzel unter anderem sagte dass der „ganze Genderdreck eine Art Angriff auf Gottes Schöpferordnung“ sei. „Überall laufen diese Verbrecher rum vom CSD (Christopher Street Day), feiern Partys und am Rathaus hängt die Regenbogenfahne. Das sind bewusst anti-christliche Dinge, mit denen die Ehe torpediert wird.“ Diese Äußerungen landeten dann auch bei Youtube.

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Pastor darf wieder predigen

Das Amtsgericht hatte das Urteil damit begründet, dass Latzel zum Hass gegen Homosexuelle angestachelt habe. Andere zu verunglimpfen, wäre vom Recht auf eine eigene Meinung oder eine eigene Religion nicht gedeckt. Eine vorläufige Dienstenthebung wurde aber wieder zurückgenommen , sodass der umstrittene Pastor ab April 2021 wieder predigen und seinen Amtsgeschäften nachgehen konnte. (dpa/dka)