"Ich habe überhaupt nichts gegen Homosexuelle"

Jetzt wehrt sich der Bremer Hetz-Pastor im Berufungsverfahren

Der Bremer Pastor Olaf Latzel wurde wegen Volksverhetzung verurteilt und legte Berufung ein. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild
Der Bremer Pastor Olaf Latzel wurde wegen Volksverhetzung verurteilt und legte Berufung ein. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

09. Mai 2022 - 13:55 Uhr

Vor dem Bremer Landgericht beginnt heute die Berufungsverhandlung gegen den evangelischen Pastor Olaf Latzel. Der 54-Jährige wehrt sich gegen eine Entscheidung des Bremer Amtsgerichtes, das ihn vor eineinhalb Jahren wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von insgesamt 8100 Euro verurteilt hatte.

Die Hintergründe

Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass sich Latzel während eines Eheseminars im Oktober 2019 abwertende über Homosexualität und Genderformen geäußert habe. Eine Audiodatei des Seminars war später kurzzeitig auch auf Youtube eingestellt worden, darin heißt es laut Staatsanwaltschaft unter anderem: "Der ganze Genderdreck ist ein Angriff auf Gottes Schöpfungsordnung, ist zutiefst teuflisch und satanisch." Auch Homosexualität war laut Staatsanwaltschaft ein Thema in dem Seminar: "Diese Homo-Lobby, dieses teuflische, kommt immer stärker, immer massiver, drängt immer mehr hinein. Das ist so sukzessive, die fressen immer ein Ding, immer mehr weg (…)". "(…) Echt, überall laufen diese Verbrecher rum, von diesem Christopher Street-Day (…)". Unsere Reporterin hat Olaf Latzel konfrontiert, als klar war, dass es eine Anklage gegen ihn geben wird.

Olaf Latzel meldete sich zu Wort

Im Berufungsverfahren sagte der Verteidiger von Olaf Latzel, dass das ursprüngliche Urteil vom Amtsgericht Bremen "inhaltlich und rechtlich falsch" wäre. Man wolle einen Freispruch für den Prediger erreichen.

Olaf Latzel selbst sagt: "Ich habe überhaupt nichts gegen Homosexuelle. (...)Das Ausgrenzen von Menschen widerspricht zutiefst dem Evangelium.(...) Auch die Homosexuellen, die gehören ganz klar zu unserer Gemeinschaft dazu. (...) Das sind auch keine Schutzbehauptungen." Aber die Bibel stufe Homosexualität klar als Sünde ein, unterscheide aber zwischen der Sünde und dem Sünder. "Mein Glaube ist an die Bibel gebunden", sagte der 54-jährige vor dem Landgericht Bremen

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Er darf weiter predigen

Solange das Urteil nicht rechtskräftig ist, ruht bei der Bremischen Evangelischen Kirche ein Disziplinarverfahren. Das heißt, Olaf Latzel predigt ganz normal weiter. Und jetzt beginnt das Verfahren noch einmal komplett von vorne. Alle Beteiligten werden erneut gehört – die Anklage der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung, und auch mögliche Zeugen. Für die Verhandlung sind vier Prozesstage angesetzt. (dpa/cgo)