Wirbel um "Runtastic"-Gründer Florian Gschwandtner

Start-up-Millionär feiert Après-Ski-Party trotz Corona – und postet Video auf Instagram

Florian Gschwandtner verkaufte "Runtastic" für 220 Millionen Euro an Adidas.
Florian Gschwandtner verkaufte "Runtastic" für 220 Millionen Euro an Adidas.
© picture alliance/Herbert Neubauer/APA/picturedesk.com

17. Januar 2022 - 12:10 Uhr

Johlende Partygäste beim Après-Ski in Kitzbühel

Hat er denn keine Sekunde darüber nachgedacht, wie so eine Aktion ankommt? Der österreichische Start-up-Millionär Florian Gschwandtner (38) sorgt mit einem Video für Wirbel, das ihn bei einer Après-Ski-Party in Kitzbühel zeigt. Die Partygäste tanzen und johlen zur Musik von Gigi D'Agostino, als gäbe es keine Corona-Regeln. Inzwischen hat der 38-Jährige den Clip, den er selbst hochgeladen hatte, wieder gelöscht und sich entschuldigt. Im Netz kursieren aber nach wie vor Aufnahmen von der Feier.

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Florian Gschwandtner verkaufte "Runtastic" für 22 Millionen Euro

Gschwandtner ist in Österreich ein bekanntes Gesicht. 2009 gründete er mit drei Kollegen das Fitness-Startup "Runtastic". Sechs Jahre später verkaufte er das Unternehmen an Adidas – für 220 Millionen Euro. Außerdem ist er Juror der Start-up-TV-Show "2 Minuten 2 Millionen". Der 38-Jährige müsste wissen, dass Bilder von Menschen, die ohne Masken und Abstand Party machen, Irritationen auslösen.

Klare Worte von Österreichs Tourismusministerin

Und die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Nicht nur Nutzer in den sozialen Netzwerken kritisierten Gschwandtner für die Aktion: Laut "Krone" meldete sich am Sonntag auch Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger zu Wort. "Ich habe absolut kein Verständnis für Gastronomen, die mit solchen unbegreiflichen Regelverstößen die gesamte Wintersaison aufs Spiel setzen", erklärte sie. "Dieses Verhalten ist eine Gefahr für die gesamte Branche." Einige schwarze Schafe würden "dem gesamten Tourismus immensen Schaden zufügen, umso mehr schockieren mich diese Bilder".

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte der "Krone", die Polizei kenne das Video, der Sachverhalt werde derzeit überprüft. "Das im Video offensichtlich erkennbare Après-Ski-Lokal wird jedenfalls auch laufend kontrolliert", heißt es. Verstöße gegen die Regeln würden geahndet.

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Start-up-Millionär Florian Gschwandtner entschuldigt sich

Florian Gschwandtner bestätigte am Sonntag die Echtheit des Videos und entschuldigte sich auf Instagram. "In der heutigen, für uns alle schwierigen Zeit war es ein Fehler, nach einem Skitag noch mit Freunden am Après-Ski teilzunehmen. Es tut mir leid, meiner Vorbildfunktion hier nicht gerecht geworden zu sein", schrieb er.

Kitzbühel ist Corona-Hotspot in Österreich

Der Bezirk Kitzbühel ist mit einer 7-Tage-Inzidenz von rund 3.800 einer der Hotspots der Omikron-Welle in Österreich. Laut aktuellen Corona-Regeln darf es keinen Barbetrieb geben; essen und trinken darf man nur auf zugewiesenen Sitzplätzen. Außerhalb des Sitzplatzes gilt für Gäste FFP2-Maskenpflicht, um 22 Uhr ist Sperrstunde. (bst)

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