Weicher, als viele denken

Öko-Test: Recycling-Toilettenpapier ist besser als sein Ruf

Mit dem richtigen Klopapier Geld sparen und was Gutes für die Umwelt tun
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30. Juli 2020 - 11:25 Uhr

Umweltschutz auf dem stillen Örtchen

Geld sparen und gleichzeitig was Gutes für die Umwelt tun – kann das funktionieren? Die Antwort ist: Ja! Bei einem der wichtigsten Produkte des täglichen Bedarfs ist das sehr einfach umsetzbar. Die Rede ist vom Toilettenpapier. Wer hier zu Produkten aus Altpapier greift, spart Geld und Ressourcen.

Die Prüfer von Öko-Test wollten wissen, ob das Recycling-Klopapier auch sanft und sicher ist. Insgesamt wurden 20 verschiedene Klopapiere überprüft – 17 davon aus 100 Prozent Recyclingpapier. Dabei wurde zum Beispiel gecheckt, ob das jeweilige Klopapier reißfest und saugstark ist und wie weich sich das Ganze im praktischen Einsatz anfühlt. Außerdem erfolgte eine Überprüfung auf Schadstoffe.

Recycling-Klopapier deutlich besser als sein Ruf

Nicht sehr beliebt: Recycling-Klopapier
Recycling-Klopapier ist nur bei jedem fünften Verbraucher beliebt.
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Offensichtlich ist Toilettenpapier aus Altpapier beim Kunden nicht sonderlich beliebt. Nur jede fünfte verkaufte Rolle war in ihrem Vorleben eine Steuererklärung, ein Strafzettel oder ein Liebesbrief. Alle anderen Rollen, die über die Ladentheke gehen, werden aus frischem Holz hergestellt. Und so werden für das große oder kleine Geschäft Millionen Bäume gefällt. Immerhin reden wir hier jährlich von 134 Rollen, die jeder Deutsche im Schnitt verbraucht.

Da darf man sich fragen, warum nicht mehr Recycling-Papier verwendet wird. Schmeichelt das zweitverwertete Papier dem Allerwertesten zu wenig, ist es nicht stabil genug oder sind zu viele Schadstoffe drin? Diese Fragen lassen sich alle mit "Nein" beantworten.

Auch unsere Redakteurin Katharina Meyer sagt: "Es gibt keinen Grund, kein Recycling-Klopapier zu nutzen!"

Warum außerdem normales Klopapier besser für Ihren Körper ist als feuchtes, erklären wir hier!

Alle Produkte haben den Praxistest bestanden

Praxistest bestanden
Weich zur Haut waren im Praxistest die meisten Klopapier-Marken
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Die Tester von Öko-Test haben herausgefunden, dass Recycling-Papiere denen aus sogenannter Primärfaser in Nichts nachstehen. Unter Primärfasern versteht man Zellstoff, der direkt aus pflanzlichen Fasern gewonnen wird. Das ist insofern schlecht, als dass sich Klopapier nach der Benutzung im Wasser auflöst. Damit sind die Fasern unwiederbringlich weg. Damit werden die gefällten Bäume sozusagen direkt im Klo heruntergespült. Anders beim Recycling-Papier, das zwischendurch noch eine andere Verwendung fand.

Im Praxistest haben alle getesteten Produkte gut abgeschnitten. Alle Toilettenpapiere tun hier, was sie sollen. Auch im Gesamtergebnis ist keines der getesteten Produkte durchgefallen.

  • Mit "Regina Softis Toilettenpapier" (0,88 Euro pro 200 Blatt) belegt das teuerste Papier den letzten Platz mit der Note "ausreichend".
  • "Zewa Bewährt Toilettenpapier" und "Pandoo Bambus Toilettenpapier" müssen sich mit "befriedigend" zufriedengeben.

Alle drei Produkte sind nicht aus Recyclingmaterial hergestellt. Dafür gab es Punktabzug.

Klopapier: Note „sehr gut“ zum kleinen Preis

Ansonsten haben die Prüfungen von Öko-Test folgenden Notenspiegel ergeben: sechs Mal "sehr gut" und elf Mal "gut". Wer also zum Beispiel im Supermarkt zu "Alouette Toilettenpapier Recycling" oder "Kokett Recycling Toilettenpapier" greift, hat ein mit "sehr gut" getestetes Produkt im Einkaufswagen und schont neben der Umwelt auch seinen Geldbeutel. 200 Blatt dieser Produkte schlagen nämlich gerade mal mit 0,27 Euro zu Buche.

Wer sich ein Klopapier genau nach seinen Wünschen aussuchen möchte, kann sich alle Testergebnisse auf der Website von Öko-Test ansehen.