Trocken abwischen ist gesünder

Feuchtes Toilettenpapier: Gefahr für Umwelt und Gesundheit

Wie wirkt sich unser Klopapierkonsum zu Corona-Zeiten aus?
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27. März 2020 - 10:39 Uhr

Darum können Sie sich feuchtes Toilettenpapier sparen

Für ein frisches, sauberes Gefühl greifen viele Menschen nach dem Gang aufs Klo gerne zu feuchtem Toilettenpapier. Doch Vorsicht: Das Toilettenpapier ist nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch gefährlich für die eigene Gesundheit. Ähnlich ist es mit Feuchttüchern für Babys. Wenn Sie nach dem Klogang zu feuchtem Toilettenpapier greifen, sollten Sie sich das am besten zweimal überlegen. Diese zwei Gründe sprechen dafür, das in Zukunft sein zu lassen!

1. Kanalisationen werden verstopft

Die meisten feuchten Toilettenpapiere bestehen aus robusten Textilfasern - einem Vliesstoff -, die in Lotion getränkt sind. Doch dieser Vliesstoff setzt unseren Abflüssen und Entwässerungssystemen ganz schön zu. Zwar sagen viele Hersteller, es sei kein Problem, die Tücher nach dem Gebrauch die Toilette hinunterzuspülen. Doch laut Abwasserexperten löst sich der robuste Vliesstoff nur schwer auf. Zudem können sich weitere Fremdkörper in ihm verfangen, wodurch Rohre und Pumpen immer wieder verstopft werden und es zu Schäden am Kanalsystem kommt. Die Kosten für daraus resultierende Reparaturen trägt letztlich der Steuerzahler.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte feuchtes Toilettenpapier immer im Restmüll entsorgt werden - genauso wie Kosmetiktücher, Babytücher oder Staubtücher, die aus ähnlichen Stoffen bestehen.

2. Feuchtes Toilettenpapier ist gesundheitsschädlich

Hersteller versprechen durch ihre "sensitiven" Tücher ein frisches Sauberkeitsgefühl - angeblich auch für besonders empfindliche Haut. Doch ein Ergebnis von Öko-Test sagt etwas anderes: Fünf von vierzehn getesteten Feuchttüchern fielen da in einem Test komplett durch, besser als "befriedigend" schnitt keines ab. Das Fazit von Öko-Test: Kein Tuch kann bedenkenlos verwendet werden - von der Verwendung von Feuchttüchern wird abgeraten.

Unter anderem stecken zahlreiche Konservierungsstoffe in den Feuchttüchern - zum Beispiel Formaldehyd, das eine Schimmelbildung in den Boxen verhindern soll. Dieses kann jedoch Allergien auslösen und die Haut reizen. Zudem warnt die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), dass Formaldehyd in starker Konzentration krebserregend sei. In sämtlichen getesteten Tüchern wurden außerdem halogenorganische Verbindungen gefunden, die ähnliche Nebenwirkungen haben.

Diese Stoffe stecken übrigens auch in vielen Babyfeuchttüchern - laut Öko-Test sind daher auch für Babys warmes Wasser und ein Waschlappen die gesündere Alternative. Darüber freut sich nicht nur die empfindliche Babyhaut, sondern auch die Babys selbst: Für diese sind die Feuchttücher meist unangenehm kalt.

Analbereich genauso empfindlich wie die Augen

Weder Konservierungsmittel noch Parfüm sind für einen so sensiblen Bereich, der nah an den Schleimhäuten liegt, geeignet. Denn: Unser Analbereich ist genauso empfindlich wie unsere Augen. "Gerade in dem Bereich, der so sensibel und nah an den Schleimhäuten ist, macht es keinen Sinn, etwas Vorgefertigtes zu nehmen, was konserviert und parfümiert ist", so Dermatologin Dr. Jeanette Eicholtz aus Berlin zu Öko-Test.

Fazit: Normales Toilettenpapier ist besser für Haut und Umwelt

Statt zu Feuchttüchern sollten Sie also besser zu normalem Toilettenpapier greifen. Das ist zu Zeiten des Coronavirus oft ganz schön schwer zu bekommen - deshalb finden Sie hier die besten Alternativen zu Toilettenpapier.