Möglicherweise krebserregender Stoff gefunden

Babybrei mit Fleisch: Die Tops und Flops bei Öko-Test

Babybrei aus dem Gläschen ist praktisch - aber auch sicher?
Babybrei aus dem Gläschen ist praktisch - aber auch sicher?
© drubig-photo - Fotolia

30. September 2021 - 7:03 Uhr

Öko-Test checkt Furan-Gehalt in Babybrei

Etwa ab dem fünften Lebensmonat gibt's für die Kleinen Beikost, viele Eltern verlassen sich dann auf die praktischen Fertig-Gläschen. Öko-Test hat jetzt 20 Gemüsefleischbreie genau unter die Lupe genommen – schließlich ist Babys Magen noch besonders empfindlich, und die Fertignahrung sollte frei von Schadstoffen sein. Das ist aber leider nicht immer der Fall: Der Stoff Furan wurde in allen Breien gefunden, in vielen sogar in erhöhter Konzentration. Warum das laut den Testern problematisch ist, erklären wir hier.

Furan – was ist das?

Furan ist eine flüchtige Verbindung, die beim Erhitzen von Lebensmitteln entsteht - besonders bei Fertignahrungsmitteln in geschlossenen Gefäßen. Hohe Dosen von Furan wirkten in Tierversuchen krebserregend. Diese lassen sich zwar nicht eins zu eins auf Menschen übertragen, doch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält ein gesundheitliches Risiko trotzdem für möglich – vor allem für Säuglinge. Wird der Brei selbst gekocht, entweicht das Furan schnell in die Luft. Bei industriell befüllten Gläschen sieht es anders aus.

LESE-TIPP: Babybrei selbst kochen – wertvolle Tipps und Tricks

So wurde getestet

Einen offiziellen Grenzwert für Furan gibt es bisher nicht. Bei Babybrei kann die Aufnahme laut BfR "aufgrund des regelmäßigen Verzehrs" aber vergleichsweise hoch sein. Öko-Test orientiert sich an den Werten, bei denen in Tierversuchen die ersten Schäden aufgetreten sind, weist allerdings darauf hin, dass keine der festgestellten Belastungen akut gefährlich ist. Um diese zu verringern, empfiehlt das Magazin, die Fertigbreie bei geöffnetem Deckel zu erhitzen und dabei umzurühren.

Neben Furan wurden die Gläschen noch auf Nitrat geprüft, von dem Babys nur wenig bekommen sollten, sowie auf den Gehalt an Eisen – davon benötigen die Kleinen wiederum viel. Künstlich zugeführtes Eisendiphosphat führte bei den zwei schlechtesten Breien im Test jedoch zur Abwertung.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Babybrei mit Fleisch: Die Testsieger und -verlierer

Insgesamt bekamen sechs Gemüsefleischbreie die Note "gut", darunter:

  • Alnatura Karotten mit Kartoffeln und Rind (demeter), ca. 1,09 Euro pro 190 Gramm
  • Babydream Pastinaken mit Reis und Pute (Rossmann), ca. 0,65 Euro pro 190 Gramm
  • Dm Bio Fenchel-Pastinake mit Couscous & Huhn, ca. 0,90 Euro pro 190 Gramm

Drei Produkte bekamen nur die Bewertung "ausreichend", darunter der Hipp Gemüsereis mit Bio-Hühnchen (ca. 1,35 Euro pro 190 Gramm). Zwei Breie fand Öko-Test "mangelhaft":

  • Bebivita Gemüse und Hühnchen mit Reis, ca. 0,85 Euro pro 190 Gramm
  • Bebivita Kartoffel-Püree mit Gemüse und Hackfleisch, ca. 0,65 Euro pro 190 Gramm

Alle Ergebnisse des Vergleichs finden Sie auf der Website von Öko-Test.

Auch bei Gemüsebreien war Furan ein Problem – hier geht's zu den Testsiegern und -verlierern! (rka)