Noch größere Summen im Spiel: Wie tief steckt Hoeneß wirklich im Steuersumpf?

27. April 2014 - 13:36 Uhr

Bayern-Präsident droht Gefängnisstrafe

Kurz vor Beginn des Prozesses in München wegen Steuerhinterziehung gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist in einem Medienbericht von einer deutlich höheren Steuerschuld als bisher bekannt die Rede.

Bayern-Präsident droht Gefängnisstrafe
Im März beginnt der Steuerhinterziehungs-Prozess gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß.
© imago/Lackovic, imago sportfotodienst

Nach Angaben der 'Süddeutschen Zeitung' beziffert die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage den Steuerschaden auf 3,5 Millionen Euro. Bislang wurde nur über Summen von unter einer Million Euro bis maximal 3,2 Millionen spekuliert. Für Hoeneß ist das entscheidend: Nur Steuersünder, die weniger als eine Million Euro hinterzogen haben, können nach einem BGH-Urteil darauf hoffen, nicht ins Gefängnis zu müssen.

Die Zeitung berichtet aus den Unterlagen zudem weitere Details über die angeblichen gigantischen Spekulationsgeschäfte von Hoeneß: Auf Konten in der Schweiz und Deutschland sollen zeitweise dreistellige Millionenbeträge gelegen haben. Gewinne soll Hoeneß vor allem in der Schweiz gemacht haben, Verluste in Deutschland.

Der Knackpunkt im Prozess wird aber wohl vor allem sein, ob die Selbstanzeige von Hoeneß im Januar 2013 wirksam ist oder nicht. Die Verteidigung des Bayern-Präsidenten setzt darauf, dass sie nicht verunglückt war sondern gilt – dann würde Hoeneß straffrei bleiben.

"Ich habe einen Riesenfehler gemacht"

Der Prozess beginnt am 10. März vor dem Münchner Oberlandesgericht. Es wird mit einem gewaltigen Medienandrang gerechnet – binnen 27 Sekunden waren die 49 für Medienvertreter zur Verfügung stehenden Plätze vergriffen.

Hoeneß hatte sich zuletzt im Januar bei einem Fanclub-Treffen zu seinem Prozess geäußert: "Ich möchte mich nicht zum Heiligen machen, jeder weiß, dass ich einen Riesenfehler gemacht habe. Aber ich glaube nicht, dass ich deswegen ein schlechter Mensch geworden bin."

Der Bayern-Präsident hatte beim Finanzamt Anfang des Jahres 2013 Selbstanzeige wegen eines nicht ordnungsgemäß deklarierten Kontos in der Schweiz erstattet. Diese Selbstanzeige soll aber nicht vollständig gewesen sein. Der ehemalige Bayern-Manager reichte daraufhin eine zweite Selbstanzeige ein, da ermittelte die Staatsanwaltschaft aber bereits.