Zwei fast zeitgleiche Unfälle in Georgsmarienhütte

Kohlenmonoxid vergiftet zwei Familien: Ein Vater in Lebensgefahr, sieben Verletzte

 Fahrzeuge der Feuerwehr und Notarzt im Einsatz bei Nacht Themenbild, Symbolbild, Feuerwehr, Notarzt, 04.09.18 Buchenstraße NRW Deutschland Wuppertal *** Vehicles of the fire brigade and ambulance in action at night Topic picture Symbol picture Fire
Am Sonntag gegen 18:20 Uhr wurden Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zu einem Wohnhaus in Georgsmarienhütte alarmiert. (Symbolbild)
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Im Abstand von nur zehn Minuten mussten am Sonntag in Georgsmarienhütte Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei ausrücken. Zwei Familien erlitten Kohlenmonoxidvergiftungen, insgesamt acht Menschen wurden verletzt.

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Vergiftung durch Feuerschale

Ein 46-Jähriger war plötzlich Zuhause bewusstlos geworden. Er hatte zuvor mit seiner 68 Jahre alten Partnerin im Garten eine Feuerschale angezündet. Als das Gartenfeuer beendet war, löschte das Paar die Feuerschale und nahm sie wieder mit ins Haus. Offenbar glimmte das Feuer aber weiter und so konnte sich das geruch- und geschmacklose Kohlenmonoxid unbemerkt im Raum verteilen, bis der 46-Jährige plötzlich umkippte. Sein 36 Jahre alter Stiefsohn wählte daraufhin den Notruf.

46-jähriger Vater in Spezialklinik verlegt

Messungen der Feuerwehr ergaben, dass es eine erhöhte Kohlenmonoxid Konzentration in dem Mehrfamilienhaus gab. Der 46-jährige Vater schwebte in Lebensgefahr und wurde sofort in ein Osnabrücker Krankenhaus gebracht und in der Nacht noch in eine Spezialklinik ins Ruhrgebiet verlegt. Seine Partnerin und sein Stiefsohn kamen schwer verletzt ins Krankenhaus. Eine 69-jährige Nachbarin wurde mit leichten Verletzungen eingeliefert. „Eine Kohlenmonoxidvergiftung ruft Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Benommenheit hervor. Diese Symptome waren in ihrer unterschiedlichen Ausprägung bei den Verletzten vorhanden“, heißt es auf RTL-Anfrage von der Polizei Osnabrück.

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16-Jährige kollabiert

Um 18.30 Uhr ging dann der zweite Notruf ein. Diesmal hatte eine vierköpfige Familie den Holzkohlegrill auf ihrem Balkon in einem Mehrparteienhaus angeschmissen und anschließend in die Wohnung getragen: „Die glühenden Kohlen sollten für eine gemütliche und warme Atmosphäre sorgen“, sagte Polizeisprecher Matthias Bekermann. Als dann aber plötzlich die 16-jährige Tochter das Bewusstsein verlor, wurde der Grill wieder ins Freie gebracht. „Die 16-Jährige kam vorsorglich eine Nacht ins Krankenhaus. Die weiteren Familienmitglieder, ein 52-jähriger Mann, eine 42-jährige Frau und ein 10-jähriges Mädchen, kamen mit leichten Verletzungen ebenfalls zur Untersuchung in Krankenhäuser“, heißt es von der Polizeiinspektion Osnabrück.

Ermittlungen gegen Familienvater

Nach Angaben des 52-Jährigen sei ihm die Gefahr nicht bewusst gewesen und er habe niemanden gefährden oder verletzten wollen. Die Polizei ermittelt jetzt gegen den Mann wegen fahrlässiger Körperverletzung. (cgo)