Gesundheitsvorsorge für das Baby

Wichtige Untersuchung beim Baby: Wie läuft das Neugeborenen Screening ab?

14. September 2020 - 11:22 Uhr

Neugeborenen-Screening: Mehr als nur ein kleiner Pikser

Die Untersuchung Ihres Neugeborenen ist wichtig für die Gesundheit Ihres Kindes. Innerhalb der ersten drei Tage nach der Geburt wird das sogenannte Neugeborenen-Screening durchgeführt. Anders als der Name vermuten lässt, ist dies keine große Untersuchung, bei dem Ihr Baby viel durchmachen muss. Der Säugling wird dazu mit einer kleinen Nadel in den Fuß gepikst, um dort Blut abnehmen zu können. Die Blutentnahme ist erforderlich, damit dieses untersucht werden kann. Verpflichtend ist das Screening jedoch nicht, viele Kinderärzte und Hebammen empfehlen jedoch dessen Durchführung.

Was beim Screening des Neugeborenen gemacht wird

Bluttest beim Neugeborenen-Screening
Ein harmloser, aber wichtiger Pikser: Beim Neugeborenen-Screening wird das Blut des Babys auf verschiedene Krankheiten getestet. Erfahren Sie hier wie die wichtige Untersuchung abläuft und was genau getestet wird.
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Das Blut, das Ihrem Baby entnommen wird, wird auf die sogenannte Screening-Karte aufgetragen. Dabei ist wichtig, dass mindestens vier der auf der Karte aufgebrachten Kreise mit Blut bedeckt sind. Die Karte zum Neugeborenen-Screening wird dann eingeschickt, um Stoffwechselerkrankungen beim Baby und mögliche Hormonstörungen zu erkennen.

Waren Sie zur Geburt des Kindes in einem Krankenhaus oder einem Geburtshaus, wird in der Regel dort das Screening vorgenommen. Bei einer Hausgeburt übernimmt die Hebamme zwischen der 49. und der 72. Lebensstunde des Kindes das Neugeborenen-Screening. Bis das Ergebnis da ist, dauert es meist nur wenige Tage.

Was beim Neugeborenen-Screening untersucht wird

Um Stoffwechselerkrankungen beim Baby frühzeitig zu erkennen, wird das Neugeborenen-Screening durchgeführt. Dabei wird das Blut des Neugeborenen neben verschiedenen Stoffwechselstörungen auch auf zwei Hormonstörungen beim Baby untersucht. All dies ist wichtig, um rechtzeitig mögliche Störungen behandeln zu können. Das Neugeborenen-Screening wird übrigens von den Krankenkassen übernommen. Ein Antrag muss dafür nicht extra gestellt werden.

Da das Kind zu diesem Zeitpunkt noch keine eigene elektronische Gesundheitskarte hat, werden die Kosten über den versicherten Elternteil abgerechnet. Untersucht wird das Blut auf:

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  • Adrenogenitales Syndrom (AGS)
  • Ahornsirupkrankheit
  • Biotinidasemangel
  • Hypothyreose
  • Galaktosämie
  • Phenylketonurie
  • MCAD-Mangel
  • LCHAD-Mangel
  • VLCAD
  • CTP-I
  • CTP-II
  • Carnitin-Acylcarnitin-Translocase-Mangel
  • Glutarazidurie Typ 1
  • Isovalerianacidämie
  • Mukoviszidose

Was bei einem auffälligen Ergebnis passiert

​Sind die Werte des Neugeborenen im normalen Bereich, müssen Sie als Mutter nichts weiter tun. Das Krankenhaus oder die Hebamme werden über das Ergebnis des Neugeborenen-Screenings informiert. Nur wenn es dringend ist und schnell gehandelt werden muss, nimmt das Labor direkt Kontakt mit den Eltern auf. Ansonsten ist es die Aufgabe der Klinik, des Geburtshauses oder der Hebamme, Sie als Mutter (und eventuell den Vater) über das Ergebnis zu informieren. Sind die Testergebnisse auffällig, kann es zu einer Wiederholung des Neugeborenen-Screenings kommen, um die ersten Ergebnisse zu überprüfen und gegebenenfalls zu bestätigen. Nach dem Screening erfolgen dann in der Regel weitere Untersuchungen, um eine sichere Diagnose zu erhalten.

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