Über 10.000 Befragte

Internationale Studie: Große Klimaangst bei Kindern und Jugendlichen!

14. September 2021 - 16:03 Uhr

Klimawandel beeinflusst Alltag von Kindern und Jugendlichen

Nicht nur Klimaaktivisten sorgen sich um ihre Zukunft: Der Klimawandel und seine Folgen beschäftigen einer internationalen Studie zufolge die Hälfte aller jungen Menschen so sehr, dass es ihren Alltag negativ beeinflusst.

Über 10.000 Kinder und Jugendliche wurden für die Studie befragt und sie liefert zum Teil erschreckende Ergebnisse: Psychische Probleme und sogar ein verminderter Kinderwunsch – laut den Befragten ist dafür der Klimawandel verantwortlich. Aber auch Expertinnen und Experten erkennen die Auswirkungen des Klimawandels bei Kindern und Jugendlichen.

Größte wissenschaftliche Studie über Klimaangst

Es ist die bisher größte wissenschaftliche Studie über das Thema Klimaangst bei Kindern und Jugendlichen. Die Auswertung beruht auf den Befragungen von 10.000 Kindern und Jugendlichen aus zehn verschiedenen Ländern. Veröffentlicht wurde sie in der Fachzeitschrift "Lancet Planetary Health". Sie liefert teils erschreckende Ergebnisse:

Bei fast der Hälfte der Befragten beeinflussen die Gefühle in Bezug auf den Klimawandel das tägliche Leben negativ. 75 Prozent empfinden sogar die Zukunft als beängstigend.

Verantwortlich für diese Angst, ist laut den Befragten auch das Nichtstun der eigenen Regierungen: Knapp zwei Drittel sind der Meinung, dass Regierungen nicht genug tun, um eine Klimakatastrophe zu verhindern.

Ein Bild, was sich knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl auch auf deutschen Straßen zeigt:
"Ich habe relativ große Angst vorm Klimawandel muss ich sagen. Ich finde, das ist auf jeden Fall ein Thema, wofür sich in der Politik deutlich mehr eingesetzt werden sollte. Also ich finde: so wie es gerade ist, kann es überhaupt nicht mehr weiter gehen," sagt eine 21-Jährige aus Hamburg. Auch die Hoffnung für eine Veränderung nach der Bundestagswahl ist bei vielen niedrig:

"Ich glaube, dass die momentan drei möglichen Regierungsparteien, die jetzt rauskommen könnten – mit CDU, SPD und den Grünen – irgendwie alle nicht wirklich das Konzept haben, dass uns jetzt irgendwie noch daraus retten könnte."

+++ Lesetipp: Das tun die Parteien für den Klimawandel +++

Psychische Probleme und verminderter Kinderwunsch

Drei von vier Befragten empfinden die Zukunft als beängstigend. Die Studie sieht hierbei sogar einen Zusammenhang mit dem Auftreten von psychischen Problemen. Teilweise geht die Angst sogar noch weiter, mit konkreten Entscheidungen für das eigene Familienleben: "Fast die Hälfte der befragten jungen Menschen haben angegeben, dass sie zögern, Kinder zu bekommen, wegen der drohenden Klimakatastrophe," sagt Umweltaktivistin Pauline Brünger.

Auch Psychologin Claudia Leddin hat in der letzten Zeit immer häufiger den Eindruck, dass die Ängste von Kindern und Jugendlichen zunehmen – zum Beispiel durch Corona oder eben den Klimawandel. Doch auch sie findet die hohen Zahlen der internationalen Studie beängstigend:
"Es ist ja inzwischen im Schulplan, auch schon im Kindergartenplan drin, dass die Kinder von früh auf mit dem Klimawandel konfrontiert werden und auch schon darauf aufmerksam gemacht werden. Was auf der einen Seite gut ist, weil dadurch ein Verständnis schon sehr früh entsteht, aber auf der anderen Seite eine Unsicherheit schon ganz früh und auch eine Angst vermittelt wird."

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