Wir haben den Praxis-Test gemacht

Navi-App oder Navi-Gerät: Womit fahren Sie eigentlich am besten (um den Stau herum)?

Zwei Damen, zwei Navi-Möglichkeiten. App oder Gerät, was ist besser?
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25. Juni 2020 - 18:27 Uhr

Viel Urlauber-Verkehr auf Deutschlands Straßen erwartet

Viele Menschen machen sich trotz Corona-Krise bald auf den Weg in den Urlaub. Dieses Jahr werden so einige mehr als gewöhnlich das Auto als Reisemittel bevorzugen - denn die Ansteckungsgefahr in Flugzeugen und Bahnen ist einfach höher. Zudem möchten viele Menschen im Corona-Sommer auch eher Urlaub in Deutschland machen. Es wird also voll auf Deutschlands Straßen und Autobahnen. Da stellt sich die Frage: Fahre ich besser mit einem klassischen Navi-Gerät oder tut es eine Smartphone-Navi-App nicht auch?

Navi-App: Alternativ-Routen und hoher Datenverbrauch

Wir testen mit unseren Testfahrerinnen Constanze und Denise die bekannteste Gratis-Navi und ein Navi-Gerät für 100 Euro einer ebenfalls bekannten Marke. Ein erster Unterschied fällt sofort auf: Das Online-Navi schlägt sofort Alternativrouten vor, das Navi-Gerät nicht. Bei der Smartphone-App muss das GPS eingeschaltet sein, das kostet Akku - daher gilt: Ladekabel sollte immer an Bord sein. Außerdem: Kartenausschnitte immer vorher runterladen. Das reduziert den eh schon großen Datenverbrauch.

Navi-Gerät: Vorsicht, Bau- und Staustellen-Falle

Mit einem klassischen Navi-Gerät hat man das Problem nicht - die Karten sind vorinstalliert. Die sollten aber stets aktualisiert werden, sonst wird die Navigation gerne mal zur Odyssee, wie unser Test uns zeigte. Allerdings sind die in Großstädten sehr schnell veraltet. Baustellen werden dort aber auch auf Autobahnen dann gerne zur Umweg-Falle. Auch in Sachen Stau hat die Smartphone-App die Nase vorn: Sie gleicht in Echtzeit Daten von anderen Autofahrern ab und meldet Staus dadurch viel schneller als ein klassisches Navi-Gerät. Das zeigte sich ebenfalls in unserem Praxistest.

Stiftungs Warentest verglich 2019

Im Februar 2019 testete die Stiftung Warentest zuletzt, mit welchem Navigationsmittel der Fahrer am besten zum Ziel kommt. Dabei wurde nach sechs Kriterien getestet: Akkulaufzeit, Verarbeitung, Handhabung, Vielseitigkeit, Datenverbrauch und natürlich Navigation. Die Test-Geräte waren von den Marken Tomtom oder Garmin. Die Kauf-Apps waren ebenfalls unter anderem von Tomtom, von ALK und NNG. Als kostenfreien Navi-Apps wurden Waze, Here, Apple und Google Maps unter die Lupe genommen.

Gerät oder App? Die Fahr-Gewohnheiten machen den Unterschied!

Das Ergebnis: Der Testsieger mit der Note gut (1,8) war damals ein klassisches Navi-Gerät mit Saugnapf geworden, das Tomtom Go 6200 für 380 Euro. Für Menschen, die viel Auto fahren, war es im Februar 2019 für Stiftung Warentest die erste Wahl, da das Gerät durch einen geringen Datenverbrauch und eine gute Zielführung überzeuge. Ob Gerät oder App hänge aber – so die Tester der Stiftung Warentest – von den Gewohnheiten den Autofahrers ab.

Bei dem Apps überzeugte die Tester die Tomtom-App Go Mobile. Die kostenlose App Google Maps brillierte direkt danach – davor allem in Sachen "Navigation". Diese App verbrauche aber enorm viele Daten. Beides ließ sich in unserem Redaktionstest bestätigen.