"Wildtiere gehören nicht frei unter Menschen"

Nach Vergewaltigung im Hamburger Stadtpark: Online-Petition gegen Verdächtige

Die Tat geschah 2020 im Hamburger Stadtpark  Archivbild: Jonas Walzberg/dpa
Die Tat geschah 2020 im Hamburger Stadtpark Archivbild: Jonas Walzberg/dpa
© deutsche presse agentur

10. November 2021 - 11:04 Uhr

Online-Petition für ein sofortiges Verfahren

Eine 15-Jährige soll im September 2020 im Hamburger Stadtpark von 12 jungen Männern vergewaltigt worden sein. Nachdem vor wenigen Tagen neue Erkenntnisse ans Licht kamen, wird im Internet Druck auf die Verdächtigen ausgeübt. Dass diese mehr als ein Jahr nach der Tat auf freiem Fuß sind, sorgt anscheinend für Unmut. In einer Online-Petition wird nicht nur ein "sofortiges Verfahren", sondern auch eine "Veröffentlichung der Gesichter der Täter" gefordert.

"Die Justiz setzt die Täter weiterhin der Gesellschaft aus"

Auf der Website "change.org", auf der man eigentlich gegen die Rodung des Regenwaldes oder für gerechtere Mietpreise seine Online-Unterschrift setzen kann, wird ein schnelleres Verfahren gefordert. Ebenfalls wird Unverständnis gegenüber der deutschen Justiz unmissverständlich deutlich gemacht und es wird plakativ dafür geworben, dass die Verdächtigen keinen Platz mehr in der Gesellschaft haben sollen. Mehr als 11.000 Unterschriften sind schon gesammelt worden.

"All unsere Gedanken beim Opfer"

Im Internet kursieren mittlerweile auch Fotos und Namen von Männern, die zu den Verdächtigen gehören sollen. So erreichten laut einem offiziellen Statement auch die Hamburger Lebenshilfe viele Zuschriften "mit Hinweisen darauf, dass einer unserer Mitarbeiter mutmaßlich zum Kreise der Tatverdächtigen" gehöre. Man sei "schockiert über den geschilderten Tathergang wie auch darüber, dass einer unserer Mitarbeiter daran möglicherweise beteiligt sein könnte" und habe "umgehend das persönliche Gespräch mit dem betreffenden Mitarbeiter gesucht und diesen mit sofortiger Wirkung für den Zeitraum der laufenden Ermittlungen von der Arbeit freigestellt."

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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt

Auf RTL-Anfrage erklärt die Staatsanwaltschaft Hamburg am Dienstag, "dass das gegen die Beschuldigten geführte Ermittlungsverfahren derzeit kurz vor dem Abschluss" stehe. Bezogen auf die über einen Instagram-Account veröffentlichten Bilder wurde "ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet", so die Staatsanwaltschaft weiter.