Wie Rochelle (32) zurück ins Leben fand

Nach Tod von Vierfach-Vater: Schwangere Ehefrau verliebt sich in seinen besten Freund

Rochelle Pitts verliert mit nur 30 Jahren ihren Mann, der bei einem tragischen Autounfall ums Leben kommt. Zu der Zeit ist sie hochschwanger mit dem vierten Kind des Paares.
Rochelle Pitts verliert mit nur 30 Jahren ihren Mann, der bei einem tragischen Autounfall ums Leben kommt. Zu der Zeit ist sie hochschwanger mit dem vierten Kind des Paares.
© Jam Press

26. April 2022 - 10:35 Uhr

Im Alter von nur 30 Jahren wird Rochelle Pitts aus Florida (USA) Witwe. Zu diesem Zeitpunkt ist sie mit ihrem vierten Kind schwanger. Wie furchtbar muss es sein, in der eigentlich schönsten Zeit überhaupt, seinen langjährigen Lebenspartner zu verlieren? Nach kurzer Zeit findet sie Halt – im besten Freund ihres verstorbenen Mannes.

Während Rochelle hochschwanger ist, stirbt ihr Mann Jesse bei einem Autounfall

Rochelle und Jesse Pitts.
13 Jahre lang waren Rochelle und Jesse Pitts, bis zu dessen Tod, ein Paar.
© Jam Press

Drei Tage vor Weihnachten im Jahr 2020 verunglückt Jesse Pitts bei einem Autounfall tödlich; seine Frau Rochelle wird mit nur 30 Jahren Witwe. Gegenüber "JamPress" berzeichnet sie diesen Schicksalsschlag als "schlimmste Erfahrung ihres Lebens." 13 Jahre lang waren die beiden ein Paar, als sie sich im Alter von 18 und 19 Jahren kennengelernt haben. Und: Rochelle ist zu dem Zeitpunkt des tragischen Unglücks hochschwanger, denn sie und ihr Mann Jesse erwarten zum vierten Mal Nachwuchs. Seine jüngste Tochter Wren lernt er nie kennen.

Heute ist Rochelle 32 Jahre alt. Töchterchen Wren ist ein Jahr alt und sieht ihrem Vater mittlerweile aus "wie aus dem Gesicht geschnitten." Die anderen Kids sind mittlerweile 12, neun und sieben Jahre alt und auch sie haben eine schwere Zeit hinter sich: "Unmittelbar nach seinem Tod war das Leben extrem chaotisch – wir haben alle ständig geweint", sagt Rochelle. "Sein Tod ist jetzt etwa eineinhalb Jahre her. Es tut immer noch jeden Tag weh, aber jetzt ist es anders. Wir freuen uns alle so sehr, dass wir leben und das Leben genießen können – und wir trauern trotzdem."

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Nach dem Tod ihres Mannes findet sich Rochelle schnell damit ab, ihre Kinder allein großziehen zu müssen. Dass sie sich noch einmal verliebt, daran hatte sie nicht mehr geglaubt. Doch das Schicksal meint es gut mit ihr und hat andere Pläne.

„Inmitten meiner Trauer habe ich übersehen, wie perfekt Scott für uns war"

Trost findet die Mutter in der Freundschaft zu dem besten Freund ihres Mannes Scott. Aus den platonischen Gefühlen wird bald mehr: "Ich wollte nie wieder mit jemandem zusammen sein. Das machte mich krank. Es fühlte sich wie Betrug an. Außerdem hatte ich vier Kinder und war allein. Wie hätte ich da überhaupt auf ein Date gehen können?" Doch nach rund sechs Monaten kommen sich Rochelle und Scott näher. Sie tauschen sich aus; kennen sich bereits seit vielen Jahren. "Mein Mann und ich waren komplette Gegensätze, während Scott und ich uns sehr ähnlich sind. Es begann alles sehr langsam, wir sahen uns zusammen Filme an und er half mit im Garten oder bei irgendwelchen Dingen im Haus. Doch dann bat er mich plötzlich um ein Date", sagt die gegenüber der Nachrichtenagentur.

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Trotz Bedenken stimmt Rochelle zu – und verliebt sich in den besten Freund ihres verstorbenen Mannes. Denn: "Inmitten meiner Trauer habe ich übersehen, wie perfekt Scott für uns war. Er versteht Trauer, weil er selbst Erfahrungen mit dem Tod in seiner Familie gemacht hat, und er sorgt sich um meine Kinder. Unsere Trauer macht ihm nichts aus." Zudem ehre er Jesses Andenken: "Als wir das erste Mal zusammen zu Abend aßen, zog er einen eigenen Stuhl heran und ließ Jesses üblichen Platz leer. Das tut er auch heute noch."

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Ohne die Hilfe von Scott und ihren Freunden hätte sie es nicht geschafft

Für Rochelle ist es wichtig, zu trauern. Trotz ihres stressigen Alltags mit vier Kindern, möchte sie ihren verstorbenen Mann in Ehren halten. "Ich stehe um 5.30 Uhr auf, um die Kinder fertig zu machen und sie zur Schule zu bringen. Dann gehe ich arbeiten, putze das Haus und bringe die Kinder dazu, ihre Aufgaben und Hausaufgaben zu erledigen." Gemeinsam mit ihren Kindern gehe die 32-Jährige zudem zu einer Trauerberatung.

Ohne die Unterstützung ihrer Familie und von Scott "hätte ich es nicht geschafft." Auch wenn sie heute – knapp anderthalb Jahre später – noch immer viel Hilfe bekommt: Ohne sie wäre sie heute nicht da, wo sie ist, erzählt sie. (vdü)

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