FDP-Chef im RTL-Interview

Lindner räumt Fehler nach Thüringer Wahl-Eklat ein

26. Februar 2020 - 14:47 Uhr

Kemmerich-Wahl hat "sicherlich entscheidende Stimmen gekostet"

Nach dem Wahl-Eklat in Thüringen und dem verpassten Wiedereinzug in die Hamburger Bürgerschaft hat der FDP-Vorsitzende Christian Lindner Fehler eingestanden. Die Wahl von Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten habe bei vielen Menschen die Frage aufgeworfen, ob die FDP irgendetwas mit der AfD zu tun habe. Das habe viele "erschreckt" und "sicherlich entscheidende Stimmen gekostet", sagte der 41-Jährige.

Christian Lindner: Abgrenzung zur AfD "möglicherweise nicht klar genug"

FDP-Chef Christian Lindner
FDP-Chef Christian Lindner war nach der Wahl von Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten in die Kritik geraten.
© dpa, Fabian Sommer, som

"Ich jedenfalls bin nicht fehlerfrei, erklärte Lindner. "Mit Blick auf die Situation in Thüringen und Hamburg: Naja, da räume ich ein, dass ich aus heutiger Sicht an dem Tag der Wahl in Thüringen noch unmissverständlicher und weniger diplomatisch hätte sprechen können. Ich habe damals schon gesagt: Ich würde als Parteivorsitzender zurücktreten, wenn es keine klare Abgrenzung zur AfD gibt. Aber das war möglicherweise nicht klar genug."

Den Vorwurf, er habe sich im Hamburger Bürgerschaftswahlkampf nicht ausreichend engagiert, wies der FDP-Chef zurück. "Was die BILD-Zeitung sagt heute, das finde ich fast ein bisschen amüsant. Denn bei Springer war ich noch am Samstag der Politiker, der am häufigsten in Hamburg gewesen sei und am Montag wird gefragt, ob ich nicht oft genug in Hamburg gewesen wäre. Also insofern glaube ich, das spielt weniger eine Rolle."

FDP verpasste Wiedereinzug in Hamburger Bürgerschaft

Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg war die FDP knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert – lediglich FDP-Spitzenkandidatin Anna von Treuenfels-Frowein gewann in ihrem Wahlkreis Blankenese ein Mandat. Im Thüringer Landtag hatte sich FDP-Kandidat Thomas Kemmerich auch mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen lassen, was bundesweit für Entrüstung sorgte.