Aktion soll Zeichen gegen Gewalt setzen

Nach Silvesterausschreitungen: Neuköllner Restaurants wollen Rettungskräfte zum Essen einladen

Besonders in Berlin-Neukölln wurden Einsatzkräfte in der Silvesternacht massiv mit Pyrotechnik angegriffen.
Besonders in Berlin-Neukölln wurden Einsatzkräfte in der Silvesternacht massiv mit Pyrotechnik angegriffen.
dpa

Nach den Ausschreitungen in der Silvesternacht setzen Berliner Restaurantbetreiber ein starkes Zeichen gegen Gewalt gegenüber Polizei und Rettungskräften. Sie laden alle Uniformträger am 23. und 24. Januar in fünf Lokale ein. Etwas zahlen müssen die Gäste zwar trotzdem, doch die Einnahmen sollen gespendet werden.

Aktion gegen Gewalt an Rettungskräften

Es ist ein tolles Zeichen der Annäherung nach der viel diskutierten Silvesternacht. An vielen Orten in Deutschland sind damals Rettungskräfte und Polizei massiv mit Pyrotechnik angegriffen worden, besonders Berlin-Neukölln ist etwa durch brennende Busse und Straßenblockaden ins Zentrum der Diskussion geraten. Viele der festgenommenen jungen Männer, die die Übergriffe verursachten, waren Menschen mit Migrationshintergrund. Friedrich Merz hatte sie jüngst als „Paschas“ bezeichnet.

Doch mit einer Aktion wollen manche Neuköllner den Ruf ihres Stadtteils wieder aufpolieren. Omar Nhas, Inhaber des arabischen Restaurants „City Chicken“ hat sich mit vier anderen Lokalen zusammengeschlossen, um ein Zeichen gegen die Gewalt an Rettungskräften zu setzen. In einem Video in den sozialen Medien erklärt er die Hintergründe.

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Mahlzeiten für einen Euro

Nhas und der Youtuber Big Baba distanzieren sich darin von den Vorkommnissen der Silvesternacht. „Selbst im Krieg werden Sanitäter nicht angegriffen, außer in Neukölln“, so der Inhaber des „City Chicken“. Um so etwas wie Wiedergutachung zu betreiben, bieten er und seine Kollegen am kommenden Montag und Dienstag (23. und 24. Januar) allen Rettungskräften, Feuerwehrleuten sowie Polizeibeamtinnen und -beamten Mahlzeiten fast umsonst an. Warum nicht ganz umsonst? Weil Beamten laut Rechtslage nichts geschenkt oder gespendet werden dürfe, so Nhas in dem Video. Mit einem symbolischen Preis von einem Euro wird diese Hürde nun umgangen. Die Einnahmen sollen gespendet werden. Wohin, das können die Userinnen in den sozialen Kanälen entscheiden.

Am Donnerstag hochgeladen, zählte es Freitag bereits zehntausende Aufrufe. Auch Manuel Barth, Sprecher der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft Berlin Brandenburg teilte den Clip und bedankte sich. „Rettungskräfte und Feuerwehrleute, die sich für Menschen in Not einsetzen, verdienen Respekt und Anerkennung! Verbale Attacken, Behinderungen oder gar Gewalt gegen diese Menschen können wir nicht tolerieren!“, schreiben die Initiatoren zu dem Video. Es ist eine starke Geste, um sich im Nachgang der hitzigen Debatte um die Silvestergewalt die Hände zu reichen. (jak)